Drei von fünf Mitgliedern zurückgetreten

Spielfilmkommission - Thierry Spicher, Reto Schaerli und Madeleine Corbat haben gekündigt.

Die vom Bundesrat ernannte Spielfilmkommission steht vor grossen personellen Veränderungen: Gleich drei der fünf Mitglieder haben im Dezember gekündigt. Sie sind nicht einverstanden mit den neuen Regeln der Kommissionszusammensetzung.

Der Lausanner Filmproduzent Thierry Spicher, sein Luzerner Kollege Reto Schaerli und die Berner Filmjournalistin Madeleine Corbat hätten ihr Amt niedergelegt, bestätigte der Sprecher des Eidgenössischen Departements des Inneren, Jean-Marc Crevoisier, entsprechende Medienberichte.

Der vom Bundesamt für Kultur (BAK) als Mediator eingesetzte frühere BAK- Filmchef Marc Wehrlin hatte den Filmverbänden vergangenen Dezember ein Regelwerk vorgelegt, das von allen angenommen wurde. Eines der Ziele dabei war, zu verhindern, dass Kommissionsmitglieder in Subventionsentscheidungen eingebunden sind, von denen ihre eigenen Filme profitierten.

Die von den Zurückgetretenen bemängelten neuen Regeln sehen vor, dass neben den fünf fixen Kommissionsmitgliedern zehn Ersatzleute bereitstehen. Um den Streit zwischen den Filmverbänden zu schlichten, sollen dabei turnusgemäss Mitlieder aller vier Verbände in die Kommission einwechseln; in der bisherigen Kommission waren beide Produzentenvertreter Mitglieder der IG Film.

Die geplanten häufigen Wechsel würden die Kommission schwächen, begründete Thierry Spicher gegenüber der "SonntagZeitung" seinen Rücktritt. Das sei keine Expertenkommission mehr, sondern ein politisches Gremium, in dem jeder nur die Interessen seines eigenen Verbandes verfolge. Die Neuregelung sei deshalb ein "Rückschritt". (sda)