Die italienische Film-Szene sowie zahlreiche Medien haben nach der Oscar-Verleihung am Montag gegen das Übergehen des Regisseurs Francesco Rosi (1922-2015) beim traditionellen Totengedenken im Rahmen der Gala protestiert.
Rosi war im Januar verstorben und wurde lediglich auf der Award-Homepage gewürdigt, nicht aber im Dolby Theatre. "Die Schande der Oscars" titelte etwa die Internet-Seite des italienischen öffentlich-rechtlichen Senders RAI. "Das ist der typische Hollywood-Provinzialismus, sie haben den Maestro vergessen", twitterte die "Espresso"-Journalistin Antonella Fiori.
Rosi war einer der letzten Überlebenden der "goldenen Ära" des italienischen Nachkriegsfilms. Kritiker nannten ihn in den 1970er Jahren den "intellektuellsten der italienischen Regisseure". Mit seiner Arbeit beeinflusste er Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, Ken Loach oder Oliver Stone.
Zu seinen wichtigsten Filmen gehören "Wer erschoss Salvatore G.?" (1962), "Hände über der Stadt" (1963), "Der Fall Mattei" (1972), "Christus kam nur bis Eboli" (1979), "Chronik eines angekündigten Todes" (1987) und "Drei Brüder" (1981), der auch für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde. (sda)
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