25.02.2026

Lehrmittel Verlag Zürich

Ein Buch zum 175-jährigen Jubiläum

Als Teil der Publikation erscheint Max Frischs einst verschwundener Matura-Aufsatz.

1954 ist der Matura-Aufsatz von Max Frisch aus dem Gymnasium Rämibühl verschwunden. Vor zwei Jahren ist er wieder aufgetaucht und jetzt wird er erstmals publiziert, wie die Neue Zürcher Zeitung am Mittwoch zuerst berichtete. Der Text findet seinen Platz zwischen Schulzeit-Anekdoten und Erinnerungen an Lehrmittel von weiteren berühmt gewordenen Schweizer Persönlichkeiten wie Charles Lewinsky, Röbi Koller oder Peter Stamm, teilt der Lehrmittel Verlag Zürich mit. 

Im Vorwort schreibt der Verleger Dirk Vaihinger, dass im Zentrum nicht die Vergangenheit des Verlags, sondern die Gegenwart stehe. Mehrheitlich folgen gutgelaunte Schulanekdoten aus bildungsbürgerlichem Milieu von Schulzeiten, die nicht allzu gegenwärtig scheinen.

Zwei Ausnahmen fallen auf: Lorenz Häberli (besser bekannt als Lo von Lo & Leduc) bringt leise Kritik am Lehrmittel an: «Unter dem Schriftzug ‹Bonne Chance› standen lauter lachende weisse Menschen mit Snowboard oder Fahrrad oder Wanderrucksack.» Aber auch generell am Prinzip Schule: «Wissen war etwas, das ich entweder hatte oder nicht hatte. Etwas ist richtig oder es ist falsch.»

Und Knackeboul erinnert sich an seinen ersten Schultag in der Schweiz, nachdem er vorher in Portugal zur Schule gegangen war: «Ich sah mich als Fremder einer Schweizer 4. Klasse gegenüber, deren Klassenoberhäupter sich sogleich daran machten, mich und migrantische oder kranke Mitschüler zu mobben.» (sda/spo)



Dirk Vaihinger (Hrsg.): «Bitte nicht ins Buch kritzeln! Von Lehrmitteln und Lernwegen», Lehrmittel Verlag Zürich. Erscheint am 27. Februar.


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