Der 39-jährige New Yorker Regisseur Darren Aronofsky hat beim Filmfestival in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Er erhielt den Preis für seinen Streifen "The Wrestler" mit Mickey Rourke in der Hauptrolle als alternder Show-Ringer.
Es war ein Triumph für den 51-jährigen US-Schauspieler: Bei der Verleihgala im Saal gab es für ihn stehende Ovationen, draussen johlte das Publikum. Jury-Präsident Wim Wenders nannte Rourkes Interpretation eines alternden Show-Ringers "herzzerreissend" und forderte die Festivalmacher dazu auf, die Regeln zu ändern.
Rourke, der im Mafia-Look erschien, mit Zigarre im Mundwinkel und Chihuahua auf dem Arm, hätte auch die Ehrung als bester Darsteller verdient gehabt, wollte Wenders damit sagen. Doch eine solche Preishäufung untersagt das Reglement. Italienische Medien kritisierten diese Äusserung des deutschen Starregisseurs am Sonntag als "Fauxpas".
Der Preis für den besten Darsteller ging an den Italiener Silvio Orlando für die Rolle in "Il papà di Giovanna" von Pupi Avati. Der russische Streifen "Papiersoldat" von Alexej German Jr. erhielt den Silbernen Löwen für die beste Regie und den Kamera-Preis bekam. Und auch das Äthiopien-Epos "Teza" von Haile Gerima räumte zweimal ab, den Spezialpreis der Jury und den Drehbuchpreis. Der deutsche Regisseur Werner Schroeter erhielt einen Spezial-Löwen für sein Gesamtwerk.
Das Schweizer Filmschaffen war nur in Nebensektionen präsent. Im Programm "Orizzonti" über neue Kinotrends wurde der Dokfilm "Wo Men", eine chinesisch-schweizerische Koproduktion von Huang Wenhai, mit einer Ehrennennung bedacht. Der Film besteht aus Interviews mit Menschen, die sich für Demokratie in China engagieren. (sda)