Erstmals live im TV

Swiss Music Awards - Interview mit Executive Producer Oliver Rosa.

Herr Rosa, dieses Jahr werden die Swiss Music Awards erstmals live auf SF2 übertragen. Eine Adelung?

Oliver Rosa: Eher eine Bestätigung der Attraktivität der Schweizer Popmusik und ihrer Protagonisten.

Wirkt sich die grössere Öffentlichkeit, die der Anlass durch die Übertragung erhält, auch auf das Programm aus? Sind grosse Acts nun einfacher in die Schiffbauhalle zu locken?

Wir haben dieses Jahr beispielsweise James Morrison auf der Bühne - ein grosser, etablierter UK Act. Oder etwa Züri West, die bekanntlich nicht vor jeden Scheinwerfer hechten. Da hilft die Live TV-Show natürlich schon. Aber das ist auch eine Herausforderung. Wir freuen uns darauf.

Beworben werden die SMA’s immer mit einem aufwändigen Werbespot. Diesmal hatte die stadt- und schweizbekannte Gastro-Grösse Yves Spink die Finger mit im Spiel. Wie entstehen die Werbemassnahmen jeweils?

Yves Spink ist nicht nur ein kreativer Gastronom sondern auch ein kreativer Regisseur. Wir haben schon letztes Jahr mit ihm zusammengearbeitet. Die Ideen schmieden wir jeweils zusammen mit unserer Agentur Zürich Tokio, mit welcher wir seit der Lancierung der SMA arbeiten. Durch das Konzept, jedes Jahr ein eigenes Design zu schaffen, betreiben wir zwar einiges an Aufwand, positionieren und dadurch aber auch selbstbewusst, modern und abwechslungsreich.

Welche Schweizer Acts haben Sie persönlich im letzten Jahr überrascht? Irgendwelche Neuentdeckungen, bei denen Ihnen die Spucke wegblieb?

Es gibt einige Acts, die mich letztes Jahr überraschten. Auf verschiedene Art und Weise. Beispielsweise der grosse Erfolg von 77 Bombay Street. Das ist in dieser Dimension aussergewöhnlich und positiv für die gesamte Szene. Aber auch Bands wie Dabu Fantastic, nominiert als Best Talent bei den SMA, überraschen mich durch ihr Talent und ihre Frische. Die Schweizer Szene lebt und entwickelt sich sehr positiv.

Erstaunlich war sicher der kometenhafte Aufstieg des Westschweizers Bastian Baker. Nun schickt er sich an das Ausland zu erobern. Hat er das Zeug dazu?

Das liegt nicht an mir zu beurteilen. Aber wer die Schweizer Sprachgrenzen derart mühelos überwindet, kann auch die Landesgrenzen hinter sich lassen. Bastian ist authentisch, das kommt überall gut an.

Sollte man dieses Jahr den Outstanding Achievement Award nicht vielleicht Daniel Ek, dem Gründer des Streaming Services Spotify, verleihen? Die nächste Revolution in der Musikindustrie ist in vollem Gang, und Ek’s Dienst könnte bald eine ungeheure Macht bekommen.

Wir zeichnen mit unserem Sonderpreis aussergewöhnliches musikalisches Schaffen aus. Andreas Vollenweider berührt Menschen auf der ganzen Welt und ist einzigartig. Musik wird die Leute immer begeistern. Aussergewöhnliche Musik zu schreiben und zu spielen, bleibt immer eine wunderbare und wertvolle Kunst - unabhängig davon, in welcher Form sie konsumiert wird.

Lassen Sie wenigstens ein paar Kätzchen aus dem Sack: Was wird den Zuschauern an den 5. Swiss Music Awards geboten? Prince steht seit kurzem bei einem Winterthurer Label unter Vertrag. Da sollte es doch ein Leichtes sein ihn nach Zürich zu locken...

Prince wird die Spritztour nach Zürich nicht auf sich nehmen. Soviel sei verraten. Wir haben ein abwechslungsreiches Programm, mit vielen Emotionen, guter Musik und herausgeputzten Menschen zu bieten. So wie es sich für eine gelungene Preisverleihung gehört.

Interview: Adrian Schräder