Die Anbieter von sozialen Netzwerken im Internet strengen sich nicht genügend an, um Kinder und Jugendliche vor ungeeigneten Inhalten, sexuellen Annäherungsversuchen oder sogenanntem "Cybermobbing" zu schützen. Um Minderjährigen ein ausreichend sicheres Umfeld bieten zu können, müssen die Betreiber der Online-Communitys dringend neue Tools auf ihren Seiten integrieren, die das sofortige Melden derartiger Übergriffe ermöglichen. Mit dieser Einschätzung appelliert derzeit das britische Child Exploitation and Online Protection Centre (CEOP) für strengere Jugendschutzmassnahmen auf Facebook, MySpace und Co.
Im Zentrum der Forderungen des CEOP, das sich auf die Verfolgung von sexuellen Straftätern im Web spezialisiert hat, steht dabei vor allem die Implementierung des sogenannten "Ceop Report Button". Diese Schaltfläche, die besorgten Community-Mitgliedern das sofortige Melden von Jungendschutzverstössen ermöglichen soll, sei bislang lediglich vom sozialen Netzwerk Bebo übernommen worden. "Es gibt keinen legitimen Grund, warum andere Anbieter wie Facebook und MySpace dies nicht auch schon längst getan haben", kritisiert CEOP-Vorsitzender Jim Gamble gegenüber BBC News.
Der "Report Button", der Nutzer direkt mit speziell geschulten CEOP-Mitarbeitern verbindet, werde im Durchschnitt rund 10.000 mal pro Monat angeklickt. "Mithilfe dieses Tools können uns Kinder jederzeit kontaktieren, wenn sie Angst vor Übergriffen haben", erläutet Gamble. Seine Integrierung in die Web-Oberflächen von Online-Communitys habe zudem eine wichtige abschreckende Wirkung. "Ob es sich um einen Mobbing- oder Pädophilen-Angriff handelt, wenn jemand mit schädlichen Intentionen diesen Button sieht, weiss er sofort, dass die entsprechende Webseite über einen sehr guten Jugendschutz verfügt", betont Gamble.
Das CEOP hatte bereits Mitte des Jahres in seinem Jahresbericht darauf hingewiesen, dass vor allem Social Networks oft als Schauplatz für sexuelle Übergriffe auf Minderjährige missbraucht werden. (pte)