23.03.2009

McDonalds

Fastfoodkette sponsert Online-Mathestunden

"McMaths" sorgt in Australien für Wirbel.

Die weltweit präsente Fastfoodkette McDonald's sorgt derzeit in Australien mit einer neuen Werbestrategie für Aufregung. Wie der britische "Guardian" berichtet, hat das Unternehmen kürzlich ein Sponsoring-Engagement angekündigt, das sich an die insgesamt 1,4 Millionen Kinder und Jugendlichen richtet, die zurzeit eine Mittelschule im Land besuchen. Konkret geht es dabei um die Bereitstellung von Mathematik-Unterrichtseinheiten im Internet, die den Schülern mit Unterstützung des Fastfoodkonzerns kostenlos angeboten werden.

Der reguläre Monatspreis der "McMaths" getauften Online-Lehrstunden von 40 Australischen Dollar wird dabei durch Werbeeinblendungen finanziert. Dafür werden Jugendliche, die sich beim entsprechenden Angebot im Web einloggen, dann mit dem entsprechenden Firmenlogo und der Erklärung "mit Stolz bereitgestellt von Ihrem lokalen McDonald's Restaurant" begrüsst.

Die von der australischen Regierung abgesegnete Werbeaktion hat trotz ihres gemeinnützigen Ansatzes zu heftigen Streitereien in einigen Bundesstaaten geführt. In Queensland beispielsweise wurde das geplante McDonald's-Engagement generell mit der Begründung verboten, dass das Anpreisen kommerzieller Produkte "für öffentliche Dienste unangemessen" sei. Eltern würden sich erwarten, dass Bildung "frei von unternehmerischen Interessen" zu sein habe, so die Kritik.

Die Werbeaktivitäten von Lebensmittel- und Fastfoodketten in Bezug auf Kinder standen in der Vergangenheit bereits des Öfteren in der Kritik. Im Juli vergangenen Jahres warfen etwa Konsumentenschützer in Grossbritannien Unternehmen wie McDonald's, Nestlé und Pepsi vor, in dieser Hinsicht keine Verantwortung zu übernehmen. Die Konzerne würden ihre selbst auferlegten Richtlinien über digitale Kanäle umgehen und versuchen, auf diese Weise bei Kindern für ihr Junkfood zu werben. (pte)


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