Festival lebt auch ohne Subventionen

"Cinéma Tout Ecran" - BAK-Filmchef Nicolas Bideau strich Fördergelder.

Obwohl das Bundesamt für Kultur (BAK) dem Festival die Subventionen gestrichen hat, beginnt das 13. "Cinéma Tout Ecran" am 29. Oktober "unter den besten Voraussetzungen". Das sagte sein Direktor Léo Kaneman am Dienstag vor der Presse.

Das renommierte US-Branchenblatt "Variety" setzte kürzlich das Genfer Filmfest auf die Liste der 50 "die man nicht verpassen sollte". Das Filmfestival Locarno blieb dagegen unerwähnt. Ausserdem ist das "Tout Ecran" das einzige Schweizer Filmfestival, das via MEDIA-Programm EU-Unterstützung erhält.

Brisant: BAK-Filmchef Nicolas Bideau strich dem Anlass im August die Fördergelder - laut Kaneman, weil das "Tout Ecran" angeblich "keine Ausstrahlungskraft über das Genferseegebiet hinaus" habe. Obwohl das Festival also ab 2008 nicht mehr über die bisher etwa 200'000 Franken vom BAK verfügt, hofft es, sein Budget von 1,5 Millionen Franken dank neuen Partnern halten zu können.

Neu: Internet- und Handyfilme

Und so entwickelt sich das Festival unbeirrt weiter: Neu auf dem Programm stehen heuer neben Kino- und TV-Produktionen solche für die neuen Medien PC und Mobiltelefon. Erstmals haben die "portablen" Filme eine eigene Wettbewerbssektion.

Die eigentliche Spezialdisziplin des "Tout Ecran" sind die TV-Serien: Im Wettbewerb laufen 16 Produktionen aus den USA und Europa, die schon bald zu Strassenfegern werden könnten. So wird etwa "Bionic Woman", das Remake einer 70er-Kultserie, uraufgeführt. Weiter zu sehen sind "Damages" mit Glenn Close und "Love you to Death" mit John Waters.

In der Abteilung Langspielfilme konkurrieren 15 Beiträge, keiner aus der Schweiz. Zu sehen sind etwa "The Mark of Cain" des Briten Marc Munden über die englische Verwicklung im Irak, aber auch Beiträge aus Deutschland, Frankreich, Dänemark und Armenien. 10 weitere Filme laufen in der Sektion "Regards d'Aujourd'hui". Dazu kommen etwa 100 Kurzfilme, Diskussionen und Special Events sowie eine Retrospektive, die Michael Mann gewidmet ist. (sda)