Die neu gegründete Schweizer Filmakademie beharrt darauf, die Nominationen für den Schweizer Filmpreis bereits 2009 vorzunehmen. Das Bundesamt für Kultur (BAK) müsse seine Versprechen einhalten. Das bisherige Prozedere stehe seit langem in Frage. Durch ihre breite Abstützung sei die Filmakademie für die Nominationen legitimiert, nicht jedoch das bisherige neunköpfige Auswahlgremium, teilte die Akademie mit. Die Gründe, welche das BAK für eine Verschiebung der Einsetzung der Akademie vorschiebe, seien wenig stichhaltig.
Die Berufsverbände als Gründer der Filmakademie hielten es für möglich, das Nominationsverfahren wie geplant durchzuziehen, sofern das BAK seine finanziellen Beitrag im Rahmen der Vorjahre leiste. Das Bundesamt für Kultur (BAK) entschied sich am 10.Juni für das bisherige Auswahlprozedere. Der Schweizer Filmpreis wird im kommenden Jahr erstmals an der Filmpreisgala im Luzerner KKL verliehen.
Das BAK wolle für die erste Preisverleihung im neuen Rahmen alle Risiken ausschliessen, hiess es. Aus politischen, rechtlichen, aber auch zeitlichen Gründen halte es am bisherigen Verfahren fest. Das Bundesamt stellte in Aussicht, den Filmpreis ab 2010 vollständig der Filmakademie zu übergeben. Diese wäre dann selber dafür verantwortlich, die notwendigen Ressourcen zu generieren. Das lehnte die Akademie am Dienstag ab. Der Rückzug des Bundes entspreche weder den getroffenen Abmachungen noch den Interessen des Schweizer Films.
Nicolas Bideau, Filmchef im BAK, sagte auf Anfrage, seiner Ansicht nach seien die Voraussetzungen für Nominationen durch die Filmakademie noch nicht gegeben. So habe man ihm etwa noch nicht mitgeteilt, wie die 200 Akademie-Mitglieder die Filme visionieren wollten. Er sei aber überzeugt, dass die Nominationen 2009 von der Filmbranche selber vorgenommen werden könnten. Der Filmpreis müsse wieder in die Hand der Filme-Macher kommen. Notwendig sei jedoch eine professionelle Organisation. (sda)

