Filmdiebstahl bei Sony

Filmbranche - Brad-Pitt-Film wurde bereits über 1,2 Millionen Mal runtergeladen.

Nach einem Hacker-Angriff auf Sony landeten mehrere Filme als illegale Kopien im Netz. Brad Pitts Weltkriegs-Drama "Fury" war besonders beliebt. Währenddessen sucht Sony die Schuldigen.

Bis Sonntagabend sei der Streifen von mehr als 1,2 Millionen verschiedenen IP-Adressen aus heruntergeladen worden, schrieb das Branchenmagazin "Variety". Sony schaltete nach Informationen der "Financial Times" die amerikanische Bundespolizei FBI ein.

Drei Sony-Filme wurden sogar noch vor ihrem US-Kinostart ins Netz gestellt. Darunter ist der Familienfilm "Annie", auf den Sony Hoffnungen im Weihnachtsgeschäft setzt. Der Streifen sei im Internet mit gut 200'000 Downloads allerdings deutlich weniger populär als Pitts "Fury" gewesen, schrieb "Variety".

Die Zahlen stammen von der Spezialfirma Excipio, die illegale Downloads überwacht. In den USA lief der Weltkriegs-Film "Fury" bereits Mitte Oktober an, in der Deutschschweiz startet er erst im Januar.

Vor einigen Tagen hatte es einen gross angelegten Hacker-Angriff auf die Computersysteme von Sony Pictures gegeben. Zunächst blieb unklar, ob die Veröffentlichung der Filme direkt damit zusammenhing. Nach der Hacker-Attacke war Sony Pictures tagelang weitgehend von der Daten-Kommunikation abgeschnitten. Vertrauliche Dateien von Sony Pictures waren auf der Diskussionsplattform Reddit.com zu lesen gewesen, darunter auch Passkopien von Hollywoodstars wie Angelina Jolie und Cameron Diaz, wie das Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete.

Verdacht fiel auf Nordkorea
In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, der Hacker-Angriff könne etwas mit Nordkorea zu tun gehabt haben. Sony bringt demnächst den Film "The Interview" mit Seth Rogen und James Franco heraus, in dem ein TV-Journalist ein Interview mit Machthaber Kim Jong Un bekommt, aber beauftragt wird, ihn zu töten.

Sony äusserte sich nur kurz in einer Erklärung zu den Vorfällen. "Der Diebstahl des Materials von Sony Pictures Entertainment ist eine kriminelle Angelegenheit. Wir arbeiten in der Sache eng mit der Polizei zusammen", erklärte das Unternehmen. (sda)