Der Filmemacher Jörg Kalt, 1967 bei Paris geboren und seit Mitte der Neunziger Jahre einer der Protagonisten der österreichischen Filmszene, ist am Wochenende im Alter von 40 Jahren gestorben. "Für Familie und Freunde unerwartet, entschloss er sich mitten in einem vielseitigen Schaffensprozess, seinem Leben ein Ende zu setzen", teilte seine Familie am Mittwoch der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Kalt war 2005 mit seinem Film "Crash Test Dummies" bei zahlreichen Festivals erfolgreich, zuletzt bereitete der in Wien tätige Regisseur zwei neue Projekte ("Tiere", "Zum Essen") vor.
Seine Kindheit und Jugend verbrachte Kalt abwechselnd in Deutschland und der Schweiz. Von 1989 bis 1991 arbeitete Kalt als freier Journalist für Schweizer Zeitungen. 1991 wandte sich Kalt dann dem Film zu: Er studerte das Metier in Prag und Wien. Mit seiner Abschlussarbeit an der Wiener Filmakademie, seinem ersten Langspielfilm "Richtung Zukunft durch die Nacht", legte Kalt schliesslich einen veritablen Senkrechtstart hin.
Sein zweiter Spielfilm, "Crash Test Dummies", den Kalt in Wien und Rumänien drehte, lief 2005 bei der Berlinale und eröffnete im gleichen Jahr auch die Diagonale in Graz. Der Film wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Im März lief der Film auch in Schweizer Kinos an. Seine Kolumnen für die Zeitschrift "du", für die Kalt seit 1991 regelmässig schrieb, waren zuletzt als Edition im Czernin-Verlag in Planung. (sda)