16.06.2009

"Home"

"Flaggschiff" des Schweizer Filmjahres 2008

Gute internationale Wahrnehmung dank Ursula Meiers Erstling.

Über 50 Schweizer Filme sind letztes Jahr an wichtige internationale Filmfestivals eingeladen worden. An eines der ganz grossen Festivals schaffte es allerdings nur "Home", wie die Promotionsagentur Swiss Films am Dienstag an einem Mediengspräch in Zürich bekanntgab. Für das Schweizer Filmschaffen sei 2008 eigentlich "ein relativ schlechter Jahrgang" bei der Kinoauswertung gewesen, sagte Swiss-Films-Direktor Micha Schiwow. Wie schon 2007 waren die Zuschauerzahlen für Schweizer Filme im Inland weit unter den Zahlen von 2006, als deren Marktanteil bei 10 Prozent lag.

Bei der internationalen Wahrnehmung gebe es jedoch Erfolge. Das "Flaggschiff" des letzten Jahres sei Ursula Meiers erster Spielfilm "Home" gewesen. Nicht zuletzt dank der Einladung an die "Semaine de la critique" des Festivals von Cannes sei der Film an 30 weiteren Festivals gezeigt worden. Zudem hat er es laut Schiwow in fast allen Ländern Europas ins Kino geschafft.

Fernand Melgars "La Forteresse" habe nicht nur in Locarno den Goldenen Leoparden gewonnen, sondern auch an wichtigen Festivals in der ganzen Welt die Diskussion über die nicht nur in der Schweiz aktuelle Frage der Asylpolitik genährt, hielt Schiwow in seinem Jahresbericht fest. Als Highlight der Promotionsarbeit wurde der Kurzfilm "Auf der Strecke" von Reto Caffi bezeichnet, der Preise an über 50 Festivals gewann und erstmals sei sechs Jahren die Schweiz im Rennen um einen Oscar vertrat. Eine internationale Festivalkarriere zeichnet sich gemäss Schiwow in diesem Jahr für Peter Liechtis "The Sound of Insects" ab.

An Durchführung des Schweizer Filmpreises interessiert

Swiss Films möchte weiterhin den Schweizer Filmpreis organisieren. Das Angebot stehe, der Ball liege aber beim Bundesamt für Kultur (BAK), sagte Swiss-Films-Stiftungspräsidentin Josefa Haas. Das BAK werde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von BAK, SRG, Swiss Films und der Schweizer Filmakademie einberufen, kündigte Christian Ströhle von der Sektion Film des BAK an. Die Verleihung der Preise dürfte auch 2010 wieder an einer Gala-Veranstaltung in Luzern stattfinden.

Eigentlich wollte das BAK die Organisation des Filmpreises der neugegründeten Schweizer Filmakademie übertragen. Diese interessiert sich allerdings nur für die Nominierung und Jurierung der besten Beiträge des Schweizer Filmschaffens, nicht aber für die Organisation des Anlasses. (sda)


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