Gegen Bush, für Polanski

Pierce Brosnan - Schauspieler äussert sich politisch und schweizkritisch.

Pierce Brosnan ("James Bond") ist vor allem deswegen amerikanischer Staatsbürger geworden, um den damaligen US-Präsidenten George W. Bush abwählen zu können. Das sagte der 56-jährige gebürtige Ire bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin in einem Gespräch mit den Medien.

Er habe sich irgendwann gefragt: "Wie konnte dieser Mann an die Macht kommen?" "Es war beschämend, was alles passiert ist." Da habe er nicht machtlos sein wollen. Bei den Wahlen zu Bushs zweiter Amtszeit habe er dann bereits die amerikanische Staatsbürgerschaft gehabt - um Bush abzuwählen. Trotz seiner Kritik sieht sich Brosnan jedoch nicht als sehr politisch.

Brosnan ist auf der Berlinale in Roman Polanskis Politthriller "The Ghostwriter" zu sehen. Das Werk, das an diesem Donnerstag in die Kinos kommt, basiert auf dem Bestseller von Robert Harris und läuft bei der Berlinale im Wettbewerb. Im Interview mit der "Sonntagszeitung" kam er umgehend auf die Inhaftierung des von ihm hochgeschätzten Regisseurs zu sprechen. Das Ganze sei eine Schande, sagte er. "Wieso habt ihr Schweizer ihn gerade jetzt festgenommen? Und nicht viel früher?" Er vermute, die Schweiz habe den USA einen Gefallen tun wollen.