Hans-Martin Schulze gegen Stefan Raab war am vergangenen Samstag auf Pro7 anfangs noch ein spannendes TV-Duell. Doch am Schluss, als Schulze gegen den entnervten Entertainer stichelte und provozierte, verlor der Herausforderer die Gunst des Studiopublikums. Und als er gegen Mitternacht seinen Geldkoffer, immerhin 500.000 Euro schwer, in den Händen hielt, wurde er gnadenlos ausgebuht.
Doch das war allenfalls ein laues Lüftchen im Vergleich zu dem Sturm der Entrüstung, der jetzt durch die vernetzte Welt fegt. Schon während der Livesendung entstand das Twitter-Schlagwort "#hassmartin", im Sekundentakt liefen dort kübelweise Häme und übelste Beschimpfungen im Microblogformat ein. Die Gruppe "Ich könnte Hans-Martin pausenlos die Fresse polieren" wurde bei Facebook gegründet, das Pendant bei Studivz heißt "Die große Anti Hans-Martin Grupp". Die hatte bis Montagmittag 6500 Mitglieder. Selbst T-Shirts ("Deine Mudder heißt Hans-Martin") kann man seitdem bestellen.
In eilig produzierten Videos pöbelten sie via Youtube, es tauchte sogar ein Auszug über Hans-Martin Schulze aus dessen Abi-Zeitung im World Wide Web auf. Original oder Fälschung - so richtig scheint das niemand zu interessieren. "Eingebildeter Möchtegern/arrogant/Vollidiot", so hatten es Mitschüler angeblich vor Jahren geschrieben. Es war Legitimation genug, um über den Unbeliebten herzufallen und sich in Hasstiraden regelrecht zu überbieten. (Quelle: fr-online)