Der Goldene Bär der 58. Berliner Filmfestspiele 2008 geht an den brasilianischen Wettbewerbsbeitrag "Tropa De Elite". Das teilte die Berlinale-Jury unter Vorsitz des griechischen Regisseurs Constantin Costa-Gavras am Samstagabend mit. In seinem kontrovers diskutierten Spielfilmdebüt erzählt Regisseur José Padilha vom brutalen Kampf einer Spezial-Einheit der Militärpolizei gegen die Drogenmafia in den Elendsvierteln von Rio de Janeiro.
Als beste Schauspielerin zeichnete die Jury die Britin Sally Hawkins mit einem Silbernen Bären aus. Sie bezauberte das Festivalpublikum als ewig gut gelaunte, sich dem Erwachsenwerden verweigernde 30-jährige Poppy in Mike Leighs Komödie "Happy-Go- Lucky". Bester Darsteller wurde der Iraner Reza Naji als arbeitsloser Familienvater in "The Song Of Sparrows" von Majid Majidi.
Der Preis für die beste Regie ging an den US-Amerikaner Paul Thomas Anderson ("Magnolia"). Er wurde für sein für acht Oscars nominiertes und auch als Bären-Favorit gehandeltes Ölsucher-Drama "There Will Be Blood" ausgezeichnet. Den Preis für eine herausragende Einzelleistung erhielt der Komponist des Films, Jonny Greenwood.
Den Grossen Preis der Jury erhielt der amerikanische Oscar- Preisträger Errol Morris ("The Fog Of War"). Er wurde für seinen Dokumentarfilm "Standard Operating Procedure" über die Menschenrechtsverletzungen im früheren US-Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad geehrt. Der Silberne Bär für das beste Drehbuch ging an den Chinesen Wang Xiaoshuai für das Drama "In Love We Trust" um den Kampf einer Mutter für ihr krebskrankes Kind. (sda)