Die Hollywoodstudios sind unzufrieden mit dem bisherigen Abschneiden der Motion Picture Association of America (MPAA) im anhaltenden Anti-Pirateriekampf. Wie Cnet unter Berufung auf zwei eingeweihte Industrieinsider berichtet, wird es deshalb in den kommenden Monaten zu einer dramatischen Umstrukturierung der Anti-Piraterie-Strategie des Filmverbandes kommen. Neben einer offiziellen Begriffsänderung von "Anti-Piraterie" in "Content Protection" soll dabei vor allem die Kündigung mehrer hochrangiger MPAA-Funktionäre dafür sorgen, dass Filmpiraten in Zukunft ein deutlich schwierigeres Leben bevorsteht als heute.
Als Beweis für die Unzufriedenheit der Studios mit der Arbeit der MPAA wird auf den Hinauswurf von gleich drei Mitarbeitern ihrer Führungsspitze verwiesen. So soll etwa der bisherige Chefjurist des Verbandes, Greg Glockner, bereits vor drei Wochen seiner Pflichten entbunden worden sein. Sein Amt werde er dann offiziell mit Ende des Jahres niederlegen. Auch der Direktor für weltweite Antipiraterie-Massnahmen und der stellvertretenden Direktor für Antipiraterie im Internet seien beinahe zeitgleich zum Gehen aufgefordert worden. Die Insider gehen zudem davon aus, dass auch MPAA-CEO Dan Glickman nicht mehr das Ende seines Vertragsverhältnisses, das für September 2010 angesetzt ist, erleben werde.
Als Hintergrund für die aktuelle Kündigungswelle bei der MPAA ist laut den von Cnet zitierten Quellen die zunehmende Filmpiraterie im Internet zu sehen, die mit der bisherigen Strategie nicht in Griff zu bekommen sei. Im Zentrum steht dabei vor allem die Sorge der sechs grössten Hollywoodstudios, dass das illegale Herunterladen von Filmen angetrieben durch den technologischen Fortschritt genauso populär werden könnte wie Musikdownloads. Die Filmbranche fordert deshalb ein noch konsequenteres und aggressiveres Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen als bislang. (pte)