Hans-Jürgen Heise, einer der bedeutenden deutschen Dichter der Gegenwart, ist tot. Der Lyriker, Essayist und Übersetzer sei bereits am 13. November im Alter von 83 Jahren in Kiel gestorben, sagte Julietta Fix von der Literatur-Internetplattform Fixpoetry.com am Freitag in Hamburg.
Die Urne wird am 29. November in Kiel auf dem Nordfriedhof beigesetzt, teilte ein Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung mit. Zu den Auszeichnungen Heises gehören der Kunstpreis Schleswig-Holstein (2002) und der Andreas Gryphius Preis (1994). 2006 erschien Heises Sammelband "Luftwurzeln" mit Gedichten aus sechs Jahrzehnten.
Erste Werke unter Pseudonymen publiziert
Seine ersten Gedichte veröffentlichte der im pommerschen Bublitz geborene Autor 1949 noch unter Pseudonymen in Zeitungen und Zeitschriften. 1950 flüchtete er aus der DDR, 1961 erschien mit "Vorboten einer neuen Steppe" sein erster Lyrikband. Das war der Beginn einer kontinuierlichen Produktion von Einzeltiteln und Sammlungen.
In Würdigungen heisst es, der Schriftsteller zeige eine "prätentionslose, von hoher sinnlicher Sensibilität getragene Wendung zur Welt, insbesondere zur Natur". Das "Pommern der Kindheit, die Kieler Ostsee-Landschaft, die Eindrücke von Reisen nach Spanien und in die Tropen" hätten in den Gedichten Spuren hinterlassen.
Heise, der in West-Berlin zunächst als Journalist gearbeitet hatte, zog Ende der 50er Jahre nach Kiel. Dort verdiente er als Archivlektor am Institut für Weltwirtschaft seinen Lebensunterhalt. Mit seiner Frau, der Lyrikerin Annemarie Zornack, schrieb er mehrere Reisebücher. (sda)