Wie Menschen lange vor SMS und Internet über grössere Distanzen und zeitversetzt kommunizierten, macht eine kleine Sonderausstellung im Antikenmuseum Basel anschaulich. Sie zeigt unter dem Titel "Hermes statt SMS" rund 80 antike Informationsvermittlungs-Objekte. Die zumeist griechischen und römischen Exponate gehören zu den eigenen Beständen des Musuems. Sie stammen aus Zeiten, in denen die wenigsten Menschen lesen und schreiben konnten. So mussten Bilder situativ als korrekt betrachtete Verhaltensweisen erkennbar machen. Diese wurden aufgebracht auf Gefässen, Bauten oder Grabsteinen.
Abgebildete Figuren und ihre Gesten zeigten das damals Normale und Vorbildliche. Das Antikenmuseum gliedert die Ausstellung nach sechs Kommunikationsthemen: zwischen Mann und Frau, unter Männern respektive unter Frauen, in der Familie, in der Politik, mit Toten sowie Kommunikation mit den Göttern. Beispielsweise sind die verschiedenen Schritte einer griechischen Hochzeit dargestellt oder liessen sich römische Kaiser als Ideale selber zur Schau stellen. Manche Bilder lassen indes einigen Interpretationsspielraum offen. Das Museum nutzt diesen für einen Besucherwettbewerb - die originellsten Vorschläge sollen siegen.
Die Sonderschau stellt ihre Themen in einem speziellen Raum anhand einzelner Exponate überblicksweise vor. Anhand einer Broschüre kann man dann durch die Dauerausstellung des Hauses streifen und die entsprechend markierten passenden weiteren Objekte betrachten. (sda)

