09.08.2026

Street Parade

Hunderttausende Raver tanzen bei Hitze durch Zürich

An der 33. Street Parade haben am Samstag Hunderttausende Technofans rund um das Zürcher Seebecken getanzt. Die Hitze hat der diesjährigen Ausgabe ihren Stempel aufgedrückt. Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin am 25. Juli war die Polizei mit einem grossen Aufgebot präsent.
Street Parade: Hunderttausende Raver tanzen bei Hitze durch Zürich
Grosse Hitze, viele Leute: Zürich am Samstag, 8. August 2026. (Bild: Keystone/Andreas Becker)

Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von über 30 Grad verwandelte sich die Zürcher Innenstadt am Samstagnachmittag in eine riesige Tanzfläche. Rund 900'000 Menschen nahmen laut den Organisatorinnen und Organisatoren am Grossanlass teil. Die Schattenplätze am Seebecken waren meist dicht besetzt. Für Abkühlung sorgten Wasserpistolen, Zerstäuber, Sprühnebelanlagen und Riesenduschen.

Das Musikprogramm startete um 13 Uhr auf neun festen Bühnen entlang der Route. Eine Stunde später setzten sich am Utoquai die ersten der 30 Love Mobiles in Bewegung. Die rollenden Musikbühnen zogen im Schritttempo über das Bellevue, die Quaibrücke und den Bürkliplatz bis zum Mythenquai und zum Hafendamm Enge. Über 200 Künstlerinnen und Künstler bespielten die Bühnen bis gegen Mitternacht.

Starke Polizeipräsenz an den Zugängen

Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin vom 25. Juli zeigten sich die Einsatzkräfte in Zürich besonders wachsam. An den Zufahrtssperren zur Umzugsroute war die Polizei dieses Jahr sehr präsent, teilweise in Vollmontur mit Helm, Schutzweste und Maschinenpistole. Betonblöcke und weitere Barrieren verhinderten, dass Fahrzeuge unbefugt auf das Festgelände fahren konnten. Bis am späteren Samstagnachmittag wurden keine grösseren Zwischenfälle bekannt.

In früheren Jahren war es wegen herumliegender Glasscherben jeweils zu zahlreichen Schnittverletzungen gekommen. Die Grossverteiler schränkten den Verkauf von Glasflaschen deshalb ein: Filialen von Coop, Migros und Lidl in Umzugsnähe boten am Samstag keine gekühlten Getränke in Glasflaschen an. An den offiziellen Ständen gab es Getränke ausschliesslich in PET-Flaschen und Aluminiumdosen.

Rund 630 Behandlungen

Bis um 21.30 Uhr führte die Sanität rund 630 Behandlungen durch, wie Schutz & Rettung Zürich am Samstagabend mitteilte. Das entspreche einer leichten Zunahme gegenüber dem Vorjahr. 30 Personen mussten ins Spital gebracht werden. Der Rettungsdienst ging davon aus, dass die Zahl der Behandlungen in den Nachtstunden weiter ansteigen werde.

Am häufigsten behandelten die Einsatzkräfte laut der Mitteilung wie üblich Schürf- und Schnittverletzungen. Dazu kamen Prellungen, Stauchungen, Insektenstiche und Herz-Kreislauf-Probleme. Im Verlauf des Nachmittags mussten zudem vermehrt Personen wegen übermässigen Konsums von Alkohol und anderen Substanzen versorgt werden. 66 Patientinnen und Patienten wurden zur Überwachung und Ausnüchterung in eine Notunterkunft gebracht.

Neun Personen festgenommen

Auch die Stadtpolizei Zürich zog am Samstagabend eine erste Zwischenbilanz. Bis um 20 Uhr nahm sie nach eigenen Angaben neun Personen fest, die meisten wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zwei Personen kamen wegen übermässigen Konsums von Alkohol oder Drogen in eine Ausnüchterungszelle.

Auch auf dem und im Wasser kam es zu Vorfällen. Die Einsatzkräfte retteten nach dem Mittag einen Schwimmer aus einer Notlage. Weitere Schwimmerinnen und Schwimmer sowie einige Bootsführer, die sich nicht an die Vorschriften hielten, wies die Polizei weg.

Wegen des grossen Andrangs vor einer Bühne mussten die Einsatzkräfte nach 18.30 Uhr die Besucherströme lenken und den Bereich vorübergehend entlasten. Die Massnahmen konnten nach kurzer Zeit wieder aufgehoben werden. (sda/nil)


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KOMMENTARE

Marcel Gasche
10.08.2026 08:34 Uhr
Es kam am Samstag zu Tränengas Attaken auf der Streetparade. Davon hat man gar nichts gehört. Gruss Marcel
Hans Wild
09.08.2026 14:56 Uhr
Für die Schule und die Arbeit im Freien ist es zu Heiss !! Aufenthalt tagsüber soll vermieden werden .und dann diese Bilder. Kommentar überflüssig.
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