Japanische Physiker haben ein Modell vorgestellt, mit dem sie die Performance von 25 verschiedenen Filmen an den japanischen Kinokassen erstaunlich genau vorhersagen konnten. Die Formel der Wissenschaftler berücksichtigt lediglich das pro Tag verfügbare Werbebudget und das Aufheben, das im Internet um einen Film gemacht wird. Die Vorhersagen der Forscher stimmen fast genau mit den tatsächlichen Zuseherzahlen überein. Als Versuchsfilme dienten unter anderem Avatar, Transformers, Spider-Man 3 und Der Da Vinci Code.
Ob die Ergebnisse auch in der Praxis anwendbar sind, ist fraglich. "Was solche Vorhersagemodelle betrifft, bin ich skeptisch. Planen lässt sich der Erfolg eines Films nicht, da spielen zu viele Variablen eine Rolle. Als ein Aspekt in den Überlegungen könnten die Ergebnisse hilfreich sein, aber prinzipiell kenne ich die grossen Blockbuster der nächsten Monate auch ohne eine Gleichung, da ja bekannt ist, welche Filme ein grosses Budget haben", sagt ein Branchenkenner. Überraschungen kann es laut dem Experten immer geben, aber da helfe eine Formel auch nicht weiter.
Die Wissenschaftler haben mit ihrem Modell errechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Film in einem Zeitraum von 60 Tagen vor Kinostart bis 100 Tagen nach der Premiere von einem Kinogänger gesehen wird. Mundpropaganda ist neben Werbeausgaben der zweite Faktor, der laut den Forschern entscheidend ist. Als Messgrösse wurde hier die Anzahl der täglichen Blogeinträge zu den jeweiligen Filmen herangezogen. Auch die Kommentare und Besucherzahlen der User-generierten Einträge wurden berücksichtigt. Das Modell soll künftig auch für andere Branchen adaptiert werden, beispielsweise Online-Musik oder Soft-Drinks. (pd)