Widmer wurde 1929 in Frauenfeld geboren und liess sich Mitte der 1950er Jahre in Paris nieder, wo er als Grafiker die visuelle Identität mehrerer Kulturstätten entwarf, unter anderem für das Musée d'Orsay. Widmer habe die Geschichte des Grafikdesigns und der visuellen Kommunikation verändert, schrieb das Pariser Centre Pompidou in einer Mitteilung.
Die berühmteste Kreation des Pioniers des Minimalismus stammt aus dem Jahr 1977, als er das Logo für das gerade eingeweihte Centre Pompidou entwarf: Fünf schwarze Linien auf weissem Hintergrund, durchzogen von einer Diagonale, die die verschiedenen Stockwerke des Gebäudes und seine Rolltreppe darstellt.
Schweizer Grand Prix Design
Dieses Logo, das bis heute verwendet wird, hat ihm weltweite Bekanntheit verschafft. Seine Linienführung, inspiriert von der Architektur des Gebäudes, symbolisiere bis heute perfekt die Offenheit, die Interdisziplinarität und den kreativen Geist, des Centre Pompidou, stellte denn auch Laurent Le Bon, der Präsident der Institution, fest.
Widmer erhielt mehrere Auszeichnungen. 2017 wurde er mit dem Schweizer Grand Prix Design ausgezeichnet. Widmer sei einer der ersten Schweizer Grafikdesigner in Paris, «der mit seinen klaren und farbig präzisen Entwürfen seiner Zeit voraus war», hiess es damals. (sda/afp/spo)

