Jurys mochten Anna Rossinelli mehr als TV-Publikum

Eurovision Song Contest - Teilweise grosse Unterschiede zwischen Jurys und Zuschauern.

Wenn beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Düsseldorf nur die Jurys in den Teilnehmerländern über die Rangfolge entschieden hätten, wären Anna Rossinelli und ihre Band im Finale nicht auf dem letzten Platz gelandet - sondern auf dem drittletzten. Dies geht aus Zahlen hervor, die von der European Broadcasting Union (EBU) am Donnerstag im Internet veröffentlicht wurden. Die Jurys, deren Urteil die Punktevergabe der Länder zur Hälfte bestimmte, sahen Italien als Sieger des Wettbewerbs.

Das TV-Publikum konnte mit dem jazzigen Song "Madness of Love" von Raphael Gualazzi weit weniger anfangen. Diverse Beiträge gefielen den Fernsehzuschauern offenbar besser - selbst die Nummer "Get You" aus Russland, die bei den Jurys auf dem zweitletzten Platz landete. Am Schluss der Rangliste sahen die Fachgremien Spanien. Relativ einheitlich zeigten sich hingegen die Jurys und Europas Fans beim deutschen Beitrag von Lena, die in der Endabrechnung den zehnten Platz belegte. Ihre Elektronummer "Taken By A Stranger" wurde von den Experten mit 104 Punkten bedacht, von den Zuschauern mit 113 Punkten - was Platz 10, beziehungsweise Platz 9 bedeutete.

Der Siegertitel "Running Scared" von Ell & Nikki aus Aserbaidschan lag im Urteil der Jurys immerhin auf dem zweiten Platz. Die Grand-Prix-Gewinner erklärten am Donnerstag, dass sie beim ESC ein zweites Mal an den Start gehen wollten. "Wir würden noch einmal antreten, weil das ja kein Wettbewerb war, sondern eine riesengrosse Feier, die ich nie vergessen werde", sagte die 30-jährige Sängerin Nigar Camal (Nikki). Vor einem zweiten Auftritt gebe es nur noch ein "Aber", erklärte der 21-jährige Eldar Qasimov (Ell) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: Die Nationaljury müsse sich für sie entscheiden.