Emil Steinberger hegt nach seinen sechs Jahren in New York erneut Pläne zum Auswandern. "Wirklich, in letzter Zeit tauchten öfters ähnliche Gedanken auf", sagt er in einem grossen Interview mit der Zeitung "Der Sonntag". Es sei unglaublich, wie viel momentan wieder laufe. Er erhalte so viele Anfragen für Auftritte. Manchmal möchte er einfach den Alarmknopf drücken, weil es ihm zu viel werde. Er habe dann das Gefühl, da komme er nicht mehr raus, jetzt brauche er wieder einmal einen harten Schnitt. Er könne sich durchaus vorstellen, mit seiner Ehefrau Niccel für ein paar Monate wegzuziehen: "Australien wäre zum Beispiel so ein Traumziel".
1993 hatte Steinberger viele seiner Fans enttäuscht, als er nach New York zog: "Die Leute fühlten sich von mir im Stich gelassen, weil sie diesen Humor nirgends mehr fanden. Einige sagten sogar, sie würden sich nie mehr eine Emil-Platte anhören. Das war bitter."
Hart ins Gericht geht er in dem Zeitungsinterview mit dem Schweizer Fernsehen: "Zehn Jahre war ich mit meinem jetzigen Programm unterwegs, bis jemand vom Schweizer Fernsehen mal eine Vorstellung besucht hat und entschied, das Programm aufzuzeichnen." Man sitze in der Redaktion, habe aber "keine Ahnung, was draussen läuft". Ein eigener Kabarett-Kanal wäre "wunderbar". Die politische Schweiz habe zudem ihre Fähigheit für Kompromisse verloren, sagt Steinberger zum Ausgang der Ausschaffungsinitiative: "Die Absichten der Initianten zielen oft über das Ziel hinaus. Ich bin gegen die sofortige Ausschaffung. Ich finde, jemand sollte sich fünf Jahre lang bewähren können. Und dann sollte für ihn das gleiche Recht wie für einen Schweizer gelten."