Die US-Kult-Rockband "Metallica" will sich von ihrer bisherigen Strategie der Filesharing-Bekämpfung verabschieden. Stattdessen sollen in Zukunft alternative Vertriebsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle zum Zug kommen, wie sie bereits einige andere Kollegen aus der Musikbranche für sich entdeckt haben. Die Rockband galt lange Zeit als einer der härtesten Gegner des Online-Musik-Filesharings. Metallica war eine der ersten Bands, die Nutzer von illegalen Musik-Filesharing-Angeboten im Internet verklagt hatte. Auch am Niedergang der anfangs sehr erfolgreichen Online-Tauschbörse Napster war die Band nicht unbeteiligt.
Laut einem aktuellen Interview des US-Branchenmagazins Rolling Stone mit dem Schlagzeuger der Band, Lars Ulrich, will man künftig aber neue Wege im Umgang mit der Musikpiraterie einschlagen. Als Orientierung für die Zukunft verwies Ulrich auf die aktuellen Veröffentlichungen der Musikkollegen von Radiohead und Nine Inch Nails. Beide Gruppen hatten zuletzt mit alternativen Geschäftsmodellen experimentiert und ihre Alben kostenlos im Internet zum Download angeboten.
Die Auffassung der Band in Bezug auf den Umgang mit dem Filesharing-Problem habe sich in den letzten acht Jahren grundlegend verändert, erklärt Ulrich. Mitverantwortlich für den Strategieumschwung könnte der Umstand sein, dass der Vertrag von Metallica mit dem Label Warner Music nach dem nächsten Album ausläuft. "Wir wollen künftig so frei wie möglich agieren können", meint Ulrich. (pte)

