Bernard Campiche hatte Anfang des Jahres angekündigt, seinen Verlag abgeben zu wollen. Der Dichter und Verleger Arthur Billerey sollte Anfang 2027 die Leitung übernehmen.
Im September wurde das Vorhaben jedoch aufgegeben. Beide hätten «im gegenseitigen Einvernehmen» beschlossen, den Übergabeprozess abzubrechen, heisst es in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Billerey gründete inzwischen in Vevey VD mit Le Verre ardent einen eigenen Verlag. Dort erscheinen künftig auch die Bücher von Matthieu Corpataux, Vincent Annen, Odile Cornuz, Ève-Line Berthod und Stéphane Berney.
Zu den Gründen für das Scheitern könne er sich aufgrund einer Vereinbarung nicht äussern, sagte Campiche gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Campiche gründete den Verlag 1986 in Yvonand VD. Später zog das Unternehmen nach Orbe VD und 2021 nach Sainte-Croix VD. Zum 40-jährigen Bestehen kamen am Samstag in Freiburg rund 30 Autorinnen und Autoren des Verlags zu einer Feier zusammen.
Zu Campiches ersten Autoren gehörten Anne-Lise Grobéty und Jean-Pierre Monnier. Der Erfolg von Michel Bühlers «La Parole volée» ermöglichte es ihm 1987, sich ganz dem Verlag und der Westschweizer Literatur zu widmen.
Zu den Erfolgen des Verlags zählen auch Werke von Anne Cuneo. Campiche veröffentlichte zudem das Gesamtwerk von Alexandre Voisard in neun Bänden und lancierte 2002 die Taschenbuchreihe «CamPoche».
Das Verlagsprogramm ist bis 2027 geplant. Bis im Mai soll unter anderem die Gesamtausgabe von Michel Bühler abgeschlossen sein. (sda/pd/cbe)