Das Werben der Ticketverkäufer um Veranstalter wird immer aggressiver. "Die Ticketorganisationen werden in den Verhandlungen immer hartnäckiger", sagt der Chef eines Schweizer Grossevents, der nicht genannt werden will, in Cash daily am Dienstag. Sie seien durchaus bereit, für Vertragsverlängerungen horrende Summen zu überweisen. Das bestätigt auch Starticket-CEO Peter Hürlimann: "Bei der Handball-WM 2007 in Deutschland zahlte Ticketcorner dem Veranstalter 1,5 Millionen Franken." Ähnliches sei auch in der Schweiz gang und gäbe.
Starticket ist die jüngste und kleinste unter den vier grossen Ticketverkäufern der Schweiz. Hürlimann: "Am Spiel mit dem Kauf von Marktanteilen, wie es unsere Mitbewerber tun, wollen und können wir uns nicht beteiligen." Ticketcorner kommentiert diese Entwicklung gegenüber Cash daily nicht.
Das Gratisblatt glaubt aber zu wissen: Die Nummer 1 im heimischen Ticketgeschäft werde zusehends nervös, da Starticket die Branche seit dem Markteintritt vor vier Jahren kräftig aufgemischt habe. Von den 12 Millionen Karten, die in der Schweiz jährlich verkauft werden, gehen laut Bericht 1,2 Millionen an sie. 2008 sollen es bereits zwei Millionen sein. Ticketcorner komme auf 6 Millionen.
Im technologischen Bereich hat indes Starticket die Nase vorn. Das Unternehmen setzt auf "Print at Home"-Tickets. Bei Freestyle.ch, das 46'000 Besucher anzieht, drucke bereits die Hälfte der Besucher ihre Eintrittskarten selber aus. Und Starticket wächst weiter: Seit Kurzem verfügt das Unternehmen laut Cash daily durch eine Kooperation mit den SBB über rund 200 neue Verkaufsstellen.