Krise sei für Kultur noch lange nicht zu Ende

Suisseculture - Der Dachverband begrüsst die neuen Massnahmen gegen Covid-19 – weist aber auch auf Herausforderungen der betroffenen Kulturbranchen hin.

Mit grosser Zufriedenheit nimmt Suisseculture, der Dachverband der professionellen Kulturschaffenden der Schweiz, Kenntnis von den Entscheiden von letztem Freitag zugunsten der Kultur- und Eventbranche, wie es in einer Mitteilung vom Sonntag heisst. Einerseits von dem Entscheid des Parlaments, die immer noch «dringlich notwendigen» Unterstützungsmassnahmen im Covid-19-Gesetz bis Ende 2022 zu verlängern, andererseits von dem Entscheid des Bundesrates, die entsprechende Verordnung ohne Abstriche weiterzuführen. 

Der Entscheid des Bundesrates, dass die Ausfallentschädigungen für Kulturunternehmen, Kulturschaffende und Kulturvereine im Amateurbereich bei einem etwaigen Ende der Massnahmen ausgesetzt werden können, sei für Suisseculture nachvollziehbar. Dennoch komme der Dachverband nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass mit dem etwaigen Ende staatlicher Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie die Phase der Erholung für die betroffenen Branchen nicht automatisch ebenfalls beendet sei, sondern erst beginnen werde. 

Gerade in der Ausrichtung des Corona-Erwerbsersatzes habe sich in den vergangenen Wochen gezeigt, dass die kantonalen Ausgleichskassen vermehrt darauf verweisen, dass «eine allgemein schlechte Wirtschaftslage» nicht zum Bezug von Corona-Erwerbsersatz berechtigen würde. Eine solche Haltung sei weder nachvollziehbar noch entspreche sie den wirtschaftlichen Realitäten dieser Branchen. Dass das Publikum aus Vorsicht – im Einklang mit den Empfehlungen des Bundesrates – auf den Besuch von Publikumsveranstaltungen verzichte, könne und dürfe nicht dazu führen, dass die betroffenen Veranstalter und Kulturbetriebe allein gelassen würden.

In diesem Zusammenhang sei die Verlängerung der Transformationsprojekte wie auch der Nothilfe, welche nicht an die Bedingung noch gültiger staatlicher Massnahmen geknüpft werden, umso begrüssenswerter. Nichtsdestotrotz betont Suisseculture laut eigenen Angaben ein weiteres Mal, worauf schon seit März 2020 immer wieder hingewiesen wurde: Die Kultur- und Eventbranche werde für die Erholung nach der Pandemie noch mindestens ein bis zwei Jahre nach Ende staatlicher Einschränkungen benötigen. Der Staat – Bund, Kantone und Gemeinden – müsste seine Verantwortung wahrnehmen, den verfassungsmässigen Auftrag zum Schutz der kulturellen Vielfalt zu erfüllen. (pd/tim)