Am Seeufer bei Biel startet am Montag das Freilichtspiel "Cyclope". Mit einer Mischung aus Akrobatik, Tanz und Musik erweisen dreizehn Zirkusartisten und fünf Musiker aus der ganzen Welt dem Schweizer Künstler Jean Tinguely poetisch die Ehre.
Der freiburgisch-baslerische Eisenplastiker erbaute gemeinsam mit anderen Künstlerinnen und Künstlern von 1969 an in Milly-la-Forêt bei Paris eine begehbare Skulptur in Form eines 22 Meter hohen Kopfs, den "Cyclop". Das Werk inspirierte die Macher des Bieler Freilichtspiels. Sie haben in den vergangenen Wochen das ehemalige Expo.02-Gelände am See in eine Freilichtbühne mit 800 Zuschauerplätzen verwandelt. Die Kulisse bildet ein verlassener Vergnügungspark. Plötzlich erwecken Artisten, Clowns und Musiker die Anlage zum Leben und bauen aus den Trümmern einen riesigen Kopf, den "Cyclope".
Dieser fünfzehn Meter hohe, stark an eine Tinguely-Maschine erinnernde Riese ist von nun an Hauptperson, mechanisches Wunderwerk und Spielfläche zugleich. Die Geschichte, die ohne Worte auskommt, wird mit Akrobatik, Tanz, Luftartistik, Clownerie und Musik erzählt, wie der eigens fürs Spektakel geschaffenen Internetseite zu entnehmen ist.
Regie führt Philipp Boë, die Musik stammt vom Komponisten, Produzenten und Musiker Markus Gfeller, die Dramaturgie vom Schriftsteller und Dramaturgen Christian Haller. 53 Aufführungen sind bis Mitte September geplant. Die Organisatoren richten sich an ein gesamtschweizerisches Publikum. Vor vier Jahren führte mehr oder minder die gleiche Equipe am gleichen Ort das Freilicht- Theaterspektakel "Don Quijote - the making of dreams" auf. (sda/dpa)