Der legendäre Hongkonger Filmproduzent Run Run Shaw, der als Erfinder des Kung-Fu-Genres gilt, ist tot. Der Medienmogul und Milliardär, dessen Shaw Brothers Studio das asiatische Kino des 20. Jahrhunderts prägte, verstarb am Dienstag im Alter von 106 Jahren in seinem Haus in Hongkong.
Hongkongs Regierungschef Leung Chun Ying würdigte Shaws Verdienste um die Unterhaltungsindustrie sowie sein karitatives Engagement. Wegen seiner Unterstützung für das Rote Kreuz war Shaw 1977 zum britischen Ritter geschlagen worden. Der 1907 im chinesischen Ningbo geborene Shaw hatte 1927 mit seinem älteren Bruder Runme seine erste Filmproduktionsfirma in Shanghai gegründet, später zog er nach Hongkong und Singapur um.
Seit seiner Gründung produzierte das Shaw Brothers Studio rund tausend Filme, darunter den Kung-Fu-Streifen "Die 36 Kammern der Shaolin" und 1982 den Kultfilm "Blade Runner" von Ridley Scott. Das Studio produzierte vorwiegend chinesischsprachige Filme, brachte aber etliche Regisseure wie John Woo hervor, die auch international zu Ruhm gelangten.
Faible für den Luxus
Vor der Eroberung durch die Japaner hatte Shaw in seinem Garten in Singapur nach eigener Aussage Gold und Schmuck im Wert von vier Millionen Dollar vergraben, so dass er auch nach Ende des Kriegs noch ein "reicher Mann" war.
Shaw, der ein Faible für teure Autos hatte und sich gerne mit glamourösen Schauspielerinnen umgab, gründete 1967 den Fernsehsender TVB mit, dessen Unterhaltungssendungen enorme Popularität bei der chinesischen Diaspora in Südostasien geniessen. Zudem stiftete er einen Preis, der als "Nobelpreis Asiens" bekannt ist. (sda)