Mahbube Ibrahimi flüchtete mit 16 Jahren allein aus Afghanistan in die Schweiz. Nach einer psychischen Krise im Durchgangszentrum brachte sie sich über YouTube Deutsch bei. Über ein Förderprogramm kam sie ans Gymnasium und begann, zwei afghanische Mädchen per Handy zu unterrichten. Daraus entstand «Wild Flower». Die Schülerinnen lernen über WhatsApp oder Zoom im Verborgenen. «Wir öffnen ein Fenster zur Welt», sagt Ibrahimi.
Jurypräsidentin und alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf würdigte Ibrahimi in ihrer Laudatio: «Mahbube Ibrahimi setzt sich trotz schwierigster persönlicher Umstände für eines der zentralsten Rechte aller jungen Menschen ein, das Recht auf Bildung.» Mit «Wild Flower» gebe sie jungen Frauen Perspektiven.
Zusätzlich engagiert sich Ibrahimi mit dem Projekt «Growing Together» für die Integration afghanischer Männer in der Schweiz und fördert in Workshops das gleichberechtigte Zusammenleben.
Die Gewinnerin wurde laut einer Mitteilung in einem zweistufigen Verfahren ermittelt. Aus sechs Nominationen wählte das Publikum drei Finalistinnen und Finalisten. Die sechsköpfige Jury unter Leitung von Widmer-Schlumpf traf die Endentscheidung. Ihr gehörten weiter an: Nora Scheidegger (Juristin), Sarah Akanji (Mitbegründerin FC Winterthur Frauenteam), Thomas Ihde-Scholl (Chefarzt), Gian-Marco Schmid (Autor) und Chantal Britt («Prix Courage»-Gewinnerin 2024). (pd/cbe)

