Maloney-Stimme Michael Schacht verstorben

Todesfall - Die Stimme des Privatdetektivs Philip Maloney ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das Krimi-Hörspiel könnte noch lange auf Radio SRF weiterlaufen, da noch 400 Folgen vorliegen. SRF prüft derzeit allerdings verschiedene Optionen, was die Zukunft des Formats betrifft.

Mehr als dreissig Jahre wirkte der gebürtige Berliner Michael Schacht und zuletzt in Bern lebende Schauspieler auf Radio SRF als Privatdetektiv des Krimi-Hörspiels «Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney». Am 20. August ist Schacht im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit in Bern verstorben, wie SRF, die NZZ und der Tages-Anzeiger berichten.

Die gute Botschaft für die Hörerinnen und Hörer: Philip Maloney wird gemäss dem Tagi weiter ermitteln. Radio SRF 3 habe noch 400 Folgen des sonntäglichen Hörspiels, was für die nächsten acht Jahre reichen würde. «Wiederholungen spielen wir seit mehreren Jahren, nicht erst seit Michael Schacht krank war. Das hat aber offenbar kaum jemanden gestört», sagt Alexander Blunschi, Leiter von Radio SRF 3, gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Michael Schacht sei gesundheitlich vor seinem Tod stark angeschlagen gewesen, neue Sendungen hätten in den letzten zwei Jahren keine realisiert werden können. Maloney-Autor Roger Graf versicherte gegenüber dem Tagi, dass «eine Hörerin, die am kommenden Sonntag zum ersten Mal Philip Maloney höre, in den kommenden fünf Jahren keine Wiederholung antreffen» würde.

Wer folgt nun auf Michael Schacht? Alexander Blunschi betont gegenüber dem Tages-Anzeiger, dass SRF «nichts überstürzen» wolle. Denn: «Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney» seien das «hörerstärkste Sonntags-Sendeformat und die Treue der Hörerschaft beinahe unerschütterlich». Derzeit würde man alle möglichen Optionen diskutieren: Maloney aus dem Programm zu streichen, ein neues Krimi-Hörspiel zu lancieren oder wirklich eine neue Stimme als Philip Maloney zu besetzen.

«Philip Maloney, so sagte er gerne, war für ihn keine Figur, keine Rolle, sondern ein Zustand», so Roger Graf auf seiner Homepage über Michael Schacht. Und die NZZ schreibt: «Das Wohlige an den haarsträubenden Fällen war nie die Aufklärung, sondern stets die Wiederholung. Das Geplänkel mit dem Polizisten ebenso wie die Tatsache, dass Maloney stets zu tun pflegte, was er in solchen Situationen nun mal immer tat. Meist hiess das: sich unter den Schreibtisch legen und einen Whisky trinken. Irgendwie musste die rauchige Stimme ja geölt werden.» (tim)