Angesichts der Zerstörung durch den Sturm "Sandy" hat New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg nun doch den berühmten Marathon der Stadt abgesagt. Damit beugte er sich dem Druck von Bürgern und Kommunalpolitikern. "Wir wollten nicht, dass ein Schatten über dem Rennen oder seinen Teilnehmern liegt", begründete Bloomberg am Freitag die Absage des Marathons. Er hatte den Lauf eigentlich trotz der Sturm-Schäden austragen wollen. Unter anderem hatte er auf die wirtschaftliche Bedeutung verwiesen. Üblicherweise bringt der Marathon New York etwa 340 Millionen Dollar ein. Nach Angaben der Organisatoren wäre es in diesem Jahr aber deutlich weniger gewesen, weil etwa 10'000 der knapp 45'000 angemeldeten Teilnehmer wegen der Sturmschäden nicht angereist wären.
Sturmopfer und Politiker kritisierten Bloombergs Pläne. Sie befürchteten, dass Helfer für den Marathon abgezogen werden könnten, die dann beim Wiederaufbau fehlen würden. "Wenn Sie einen Helfer vor Ort aus Staten Island abziehen, um diesen Marathon zu betreuen, schrei ich", twitterte James Oddo, Abgeordneter des New Yorker Bezirks Staten Island. "Menschen sind gestorben, Familien haben ihre Wohnungen verloren, Häuser wurden zerstört und die Stadt beschäftigt sich mit dem Marathon. Wo sind unsere Prioritäten?", fragte der Kongressabgeordnete Michael Grimm über den Kurznachrichtendienst Twitter.
Benefizkonzert für Sturmopfer
Zahlreiche Musiker sammelten mit einem Benefizkonzert Spenden für die Opfer des Sturms. An dem Konzert nahmen unter anderen Bruce Springsteen, Jon Bon Jovi, Sting und Christina Aguilera teil. Das Konzert wurde von mehreren US-Sendern übertragen. Auch die Schauspieler Danny DeVito und Whoopi Goldberg traten in der Show auf. Alle eingesammelten Gelder sollen an das Rote Kreuz der USA gehen. Aguilera sagte, sie sei in Staten Island, einem Bezirk von New York, geboren. "Wir werden tun, was wir können, um Euch zu helfen", sagte die Sängerin. "Wir werden niemanden zurücklassen." (sda)