15.10.2025

Salzburger Stier 2026

Markus Schönholzer wird ausgezeichnet

Der bedeutendste Kabarettpreis im deutschsprachigen Raum geht für die Schweiz an den Musical-Komponist und Kabarettist. Für Deutschland gewinnt Bodo Wartke und für Österreich Kabarettistin Sonja Pikart.
Salzburger Stier 2026: Markus Schönholzer wird ausgezeichnet
Markus Schönholzer komponierte die Musik für grosse Musicals wie «Die Schweizermacher», «Oh läck du mir» oder «Gotthelf». (Bild: Christian Knecht/SRF)

«Dieser Stier macht mich glücklich», verkündet Schönholzer auf seiner Website. Er gebe ihm Energie und Rückenwind und Selbstvertrauen. «Mensch bin ich froh, habe ich jetzt jeden Grund weiterhin an neuen Liedern zu schreiben und diese durchs Land zu tragen.»

Markus Schönholzer ist Kabarettist, Liedermacher und Komponist. Geboren wurde er 1962 im US-amerikanischen Buffalo; zu Beginn der 1970er Jahre zog seine Familie, die auch aus der Schweiz stammte, aus den USA in ein Dorf im Rheintal. Markus Schönholzer entdeckte damals die Gitarre und ist vor diesem familiären Hintergrund amerikanisch und schweizerisch geprägt.

«Schönholzers Lieder sind nicht unbedingt biografisch, aber persönlich. Sie berühren, ohne sentimental zu sein, sie sind klug und voller Blödeleien, sind überspitzt und überdreht und doch so nah dran am Alltag, am Leben», lässt sich die Jury in einer Mitteilung vom Mittwoch zitieren.

Der Musiker und Komponist hat sich aber nicht nur durch Soloauftritte hervorgetan. Er komponierte die Musik für grosse Musicals wie «Die Schweizermacher», «Oh läck du mir» oder «Gotthelf», schrieb die Musik für verschiedene Bühnenproduktionen unter anderem am Schauspielhaus Zürich oder am Theater Basel, für Kinofilme oder andere Bühnenschaffende wie Ursus & Nadeschkin oder Acapickels. «Die Schönholzers» heisst sein aktuelles Soloprogramm. Darin verbindet er Musik und Kabarett zu einer Einpersonen-Familiensaga.

Ein Reime-Schmid und eine Humanbiologin

Bodo Wartke, der Preisträger für Deutschland, wird als «ein Chansonnier, ein virtuoser Pianist, ein wandlungsfähiger Schauspieler und ein charmanter Conférencier» gelobt. «Sein Markenzeichen ist der ungewöhnliche, zugleich hochmusikalische Reim in Verbindung mit eingängiger und ausgefeilter Musik», so die Jury. 

Sein vielfältiges Oeuvre – «von verspielten Reim-Etüden über komplexe Liebeslieder und absurd-komische Alltagsbeobachtungen bis hin zu politischen, gesellschaftskritischen Chansons» - hat Wartke, der 1977 geboren wurde, in bisher sieben Klavierkabarettprogramme als Soloartist und in zwei Best-of-Shows samt Orchester oder Band gepackt.

Sonja Pikart, Jahrgang 1984, ist derzeit mit ihrem vierten Programm «Halb Mensch» unterwegs. Für ihr Solo über eine Zukunft, in der künstliche Intelligenz die Weltherrschaft an sich gerissen hat, erhielt die studierte Humanbiologin im Vorjahr bereits den Österreichischen Kabarettpreis.

Pikart ist 2009 von Marburg nach Wien gezogen und erhält den Salzburger Stier für Österreich. Sie vermöge es, «ihr Publikum mit ihrem geistreichen und fantasievollen Humor mitzureissen. In kunstvoll gebauten, vielschichtigen Erzählsträngen, mit schnellem Rollenwechsel in Szenen und klugen Dialogen, übt sie Kritik an gesellschaftlichen und politischen Missständen, ohne belehrend oder moralisierend zu sein», urteilt nun die Stier-Jury.

Preisverleihung im Mai 2026

Der Salzburger Stier ist mit je 6000 Euro dotiert. Überreicht werden die Auszeichnungen im Rahmen des «Stier»-Events am 22. und 23. Mai im Kursaal von Meran im Südtirol. 

Der Salzburger Stier wird seit 1982 an Kabarettistinnen und Kabarettisten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich verliehen. Die Auszeichnung ist eine Zusammenarbeit der Rundfunkunternehmen Deutschlands (ARD), der Schweiz (SRF), Österreichs (ORF) und der RAI Südtirol. (sda/spo)


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