Medienkonzern hebt Gewinnprognose an

Time Warner - Erneuter Verlust im dritten Quartal.

Dem US-Medienriesen Time Warner haben die Verlagskrise und die kränkelnde AOL-Internetsparte einen neuerlichen Gewinneinbruch beschert. Doch die Aussichten bessern sich. Time Warner erhöhte daher die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Der Überschuss sank im dritten Quartal um fast 40 Prozent auf 661 Mio. Dollar. Der Gewinn des zu den weltgrössten Medienkonzernen zählenden Unternehmens fiel aber immer noch besser aus als von Analysten befürchtet. Im Vorjahr hatte zudem ein Einmalgewinn aus dem Verkauf der Kabelsparte das Ergebnis gesteigert.

Der Umsatz gab auch wegen eines schwächeren DVD- und Kinogeschäfts (Warner Brothers) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar nach. Der jüngste "Harry Potter" schlug sich nicht so gut wie "The Dark Knight" ein Jahr zuvor, wie Time Warner am Mittwoch in New York mitteilte.

Immer häufiger wird in der Branche vorsichtig von einer Trendwende in der Medienkrise gesprochen. Auch US-Konkurrent Viacom (Paramount Film, Musiksender MTV) sah sich nach einem Gewinnplus im dritten Quartal zuletzt im Aufwind. Die von Medienmogul Rupert Murdoch beherrschte News Corporation wollte ihre Zahlen in der Nacht zum Donnerstag vorlegen. Walt Disney folgt in der kommenden Woche. In Europa hat sich Time Warner längst vom AOL-Geschäft mit Internetzugängen getrennt. In den USA soll AOL über einen Börsengang abgegeben werden. (sda)