Medienkonzern will Luxushäuser bauen

Walt Disney - Trotz Krise Siedlungspark geplant.

Der US-amerikanische Medienkonzern Walt Disney steigt ab sofort in den Real-Estate-Markt ein. Das Unternehmen will Luxus-Villen zwischen 1,5 und acht Millionen Dollar verkaufen. Der Vorstoss ist alles andere als risikolos. Denn Florida zählt zu einem der Bundesstaaten, in dem die höchsten Zwangvollstreckungsraten vorzufinden sind. Auch fielen die Häuserpreise dort um 60 Prozent. Bis 2020 soll das Projekt in Orlando abgeschlossen sein.

Trotz aller Bedenken geht das Disney-Management davon aus, dass sich der Markt für teure Luxusimmobilien bald wieder bessern wird. Das 400 Hektar fassende Projekt "Golden Oak" soll zukünftig 450 Häuser sowie ein 445 Zimmer fassendes Four-Seasons-Hotel beherbergen. Neben Golfplätzen gibt es Überlegungen für ein Clubhaus, Parks sowie Fußgängerpassagen. Golden Oak wird Experten nach zeigen, ob sich wohlhabende Kunden angesprochen fühlen. Um sich bei einem Misslingen des Prestigeprojekts nicht finanziell zu überlasten, sollen bis Jahresende nur rund 30 Immobilien zum Verkauf angeboten werden. Fertiggestellt sollen die ersten Häuser dann bis Ende 2011.

Obwohl das Vorhaben ambitioniert ist, wirbt Disney damit, dass sich die Kunden auch bei der Gestaltung der Häuser relativ frei entfalten können. So können potenzielle Hausbesitzer ihren eigenen Architekten für den Bau engagieren. Das finale Hausdesign muss sich Disney zufolge lediglich in das Gesamtkonzept des Wohnparks integrieren.

Mit Golden Oak will Disney an den Erfolg seiner Mitte der 90er Jahre errichteten Stadtsiedlung "Celebration" anknüpfen. Damals konnte das Unternehmen rund 6'000 Anwesen verkaufen. Doch selbst Celebration ist von der Immobilienkrise heimgesucht worden. Aktuellen Zahlen von Zillow.com nach betrug der Durchschnittswert eines Einfamilienhauses im April nur noch 191'500 Dollar - 60 Prozent unter dem Preispeak von vor vier Jahren. Branchenfachleute zeigen sich in Bezug auf Golden Oak vorsichtig optimistisch. Der Zugang zu Disneys Entertainment-Arealen sei unschlagbar. (pte)