17.12.2025

Kulturunternehmen

Mehr Gründungen mit weniger Beschäftigten

2023 beschäftigten die Kulturunternehmen im Durchschnitt 2,4 Vollzeitäquivalente, gegenüber 2,9 im Jahr 2011.

Der Kultursektor steht bei den Unternehmensgründungen gut da. Bei der Beschäftigung sieht es jedoch schlechter aus. 2023 ist die Zahl der Kulturunternehmen in der Schweiz stärker als die Gesamtwirtschaft gewachsen, Zahl der Beschäftigung ging jedoch zurück, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch mitteilte. 

«Wir beobachten, dass einige neue Unternehmen allein oder mit sehr wenigen Mitarbeitenden starten, wo früher von Anfang an ein oder zwei zusätzliche Personen eingestellt wurden», sagte Olivier Moeschler, Soziologe an der Universität Lausanne am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Seiner Ansicht nach können «kleinere Strukturen anfälliger für Überlastungen sein».

Zwischen 2022 und 2023 stieg die Zahl der Kulturunternehmen gemäss Statistik um 1,4 Prozent und damit stärker an als in der Gesamtwirtschaft (+1 Prozent). Gleichzeitig wuchs die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Sektor nur um 1 Prozent, während sie in der Gesamtwirtschaft um 1,5 Prozent stieg.

Die Folge: Die Kulturunternehmen werden immer kleiner. 2023 beschäftigten sie im Durchschnitt 2,4 Vollzeitäquivalente, gegenüber 2,9 im Jahr 2011.

Fast 1,9 Prozent des BIP im Jahr 2023

Wirtschaftlich gesehen sorgt der Sektor jedoch weiterhin für Wohlstand. Die Bruttowertschöpfung erreichte 2023 15,5 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 3,5 Prozent gegenüber 2019, dem letzten Jahr vor der Covid-19-Pandemie, entspricht. Damit machte die Kultur im Jahr 2023 1,9 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) aus.

In der Schweiz gab es 2023 68'233 Kulturunternehmen mit 243'207 Arbeitsplätzen, was 161'735 Vollzeitäquivalenten entspricht. Gemäss der internationalen Definition von Eurostat, dem europäischen Statistikamt, umfasst die Kulturwirtschaft unter anderem das kulturelle Erbe, die visuellen und szenischen Künste, das Buch- und Pressewesen, den audiovisuellen Bereich, die Architektur, die Werbung oder das Kunsthandwerk. (sda/spo)


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