Das Leben der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher (85) wird verfilmt - und zwar mit der US-Schauspielerin Meryl Streep (61) in der Hauptrolle. Die Dreharbeiten laufen seit Ende Januar, hiess es vom deutschen Filmverleih Concorde. Der Streifen wird den Titel tragen, der bis heute untrennbar mit Thatcher verbunden ist: "The Iron Lady". Sowjetische Medien hatten sie 1976 wegen ihres Widerstands gegen den Kommunismus so getauft.
Mitte Januar war Streep als Zuschauerin bei der traditionellen Fragestunde an den Premierminister im britischen Parlament gesichtet worden - es wurde gemunkelt, dass sie sich damit auf die Rolle vorbereiten wollte. In Grossbritannien wird der Streifen schon jetzt mit Spannung erwartet. Das erste Foto von Streep als Thatcher - akkurat von der steifen Frisur bis zur Zahnlücke - schaffte es auf zahlreiche Titelseiten.
Reue einer Dementen
Doch bei Thatcher-Verehrern gibt es auch Sorge. Die Familie soll "entsetzt" über das Drehbuch gewesen sein, als sie im vergangenen Sommer davon hörte, berichtete der "Daily Telegraph". Thatcher werde darin als demente Frau gezeigt, die mit Reue auf ihr Leben und ihre politische Karriere zurückblickt. Die Filmemacher wiesen das zurück.
"Es ist richtig, dass der Film in der jüngeren Vergangenheit spielt und dass Baroness Thatcher sowohl auf die Triumphe als auch die Tiefen ihrer aussergewöhnlichen Karriere zurückblickt", sagte Cameron McCracken von der Produktionsfirma Pathé dem "Daily Telegraph". "Es ist ein Film über Macht und den Preis, den man für Macht zahlt." In den vergangenen Jahren gab es immer wieder sorgenvolle Berichte über den Gesundheitszustand der mittlerweile 85-Jährigen. Thatcher leidet nach Angaben ihrer Tochter unter Demenz und musste mehrere Schlaganfälle und einen Sturz verkraften. Sie tritt nur noch selten öffentlich auf. (sda)