Mit einer neuen Online-Datenbank möchte Swiss Films in den kommenden Monaten die Marktchancen für Schweizer Kurzfilme weiter verbessern. Dies gab die neue Direktorin der Promotionsagentur, Catherine Ann Berger, am Donnerstag in Zürich anlässlich der Jahresmedienkonferenz bekannt.
Das Tool soll auf der Website von Swiss Films für nationale und internationale Festivals und andere Filmvertreiber zugänglich gemacht werden. Wer von der Promotionsagentur den Zugang erhält, kann sich dann auf diesem Weg unbürokratisch über das aktuelle Schweizer Kurzfilmschaffen informieren.
Kurzfilme zu promoten, mache Sinn, weil sie für viele Filmerinnen und Filmer "Visitenkarten und Türöffner" seien, betonte auch die Stiftungspräsidentin Josefa Haas. Kurzfilme stehen oft am Anfang von Karrieren. Als Beispiel erwähnte Haas die Westschweizer Filmerin Ursula Meier, die vor ihren erfolgreichen Spielfilme ("Home", "Sister") auch Kurzfilme ("A corps perdu") produzierte.
Filme hätten nur eine Marktchance, wenn sie ihr Publikum fänden, sagte Haas weiter. Das gelinge bei Kurzfilmen besonders gut. Sie erwähnte die von Swiss Films organisierte Kurzfilmnacht Tour 2013, die in den ersten elf Städten von Basel bis Luzern mit rund 11'700 Eintritten einen Zuschauerrekord verzeichnete (+24 Prozent gegenüber 2012).
Vom 4. Oktober bis 22. November tourt die Kurzfilmnacht auch durch Westschweizer Städte von Genf bis Lausanne. Im Tessin macht die Tour am 18. Oktober in Lugano Halt.
Relativ erfolgreiche Bilanz
Die neue Direktorin Catherine Ann Berger ist seit 1. Juni 2013 zu hundert Prozent im Amt. Sie löst Micha Schiwow ab, der Ende 2012 zurückgetreten ist. Für dessen letztes Jahr bei Swiss Films zog die Kommunikationsverantwortliche Ursula Hartenstein vor den Medien "eine erfolgreiche Bilanz".
So sind Schweizer Filme an allen 12 weltweit wichtigsten Festivals (etwa Berlin, Cannes, Locarno) präsent gewesen. 118 Filme erhielten an internationalen Festivals 276 Auszeichnungen im Wert von insgesamt 470'000 Franken. Im Vergleich zu 2011 bedeuten diese Zahlen allerdings Einbussen. Damals erhielt 136 Filme insgesamt 306 Auszeichnungen und generierten Preisgelder in Höhe von 600'000 Franken, was die Bilanz 2012 etwas relativiert.
Als Erfolg für 2012 zu werten ist hingegen, dass in den Hauptsektionen der 50 wichtigsten Festivals mehr als 100 Schweizer Filme liefen (+10 Prozent). Zudem hat Swiss Films den Festivals 26 Programme mit insgesamt 280 Schweizer Filmen vermittelt, unter anderem Retrospektiven von Fernand Melgar, Richard Dindo und Alain Tanner. Platzieren konnte die Agentur auch eine Hommage an die Westschweizer Dokumentarfilmerin Jacqueline Veuve (1930-2013). (sda)