Felix Schenker hat das Präsidium der Gesellschaft der Freunde des Schauspielhauses Zürich übernommen. Das geht aus einer Medienmitteilung vom 25. Oktober hervor. Sein Vorgänger Pierre Widmer stand dem Verein seit 2020 vor. Weshalb er das Amt abgibt, wird nicht erwähnt.
Schenker, Jahrgang 1962, ist Soziologe und Kulturjournalist. Er hat die gemeinnützige Kulturplattform arttv.ch gegründet und leitet sie seit über zwei Jahrzehnten als Chefredaktor. Am 19. November erhält er den Anerkennungspreis der Dätwyler Stiftung. Der Preis ist mit 20’000 Franken dotiert und würdigt sein Engagement in der digitalen Kulturvermittlung.
Die Gesellschaft der Freunde wurde 1940 gegründet. Das Schauspielhaus war damals ein Zufluchtsort für Künstlerinnen und Künstler, die vor dem Nationalsozialismus geflohen waren. Heute unterstützt der unabhängige Verein das Theater ideell und finanziell. Er organisiert Theaterreisen für seine Mitglieder und verleiht die «Goldene Maske» für Leistungen auf und hinter der Bühne. Wie viele Mitglieder die Gesellschaft zählt und wie hoch ihre Beiträge an das Haus sind, steht nicht in der Mitteilung.
Schenker will vor allem jüngere Generationen gewinnen. Er sieht die Digitalisierung als Chance für das Theater. «Je mehr sich unser Leben in digitale Räume verlagert, desto wertvoller wird das, was sich nicht digital ersetzen lässt: die unmittelbare Begegnung zwischen Menschen», lässt er sich in der Mitteilung zitieren.
Zudem könnte die Gesellschaft an ihren Gründungsgedanken anknüpfen. Schenker bringt eine Initiative für Theaterschaffende ins Spiel, die in anderen Ländern von politischer Verfolgung oder Zensur betroffen sind. Ein konkretes Projekt gibt es bisher nicht. (pd/cbe)