Als persoenlich.com am 2. Mai 2000 startete, war die mediale Welt bekanntlich eine vollkommen andere: Die erste Internetblase knapp überstanden, herrschte bereits wieder Aufbruchstimmung. Die Pendlermedien 20 Minuten und Metropol, aber auch die privaten TV-Stationen Tele24 und TV3 buhlten um Werbegelder und junges Publikum. Das Internet war zwar erfunden, steckte aber noch in den – kommerziellen – Kinderschuhen, das Smartphone als Symbol ständiger Erreichbarkeit existierte noch nicht. Kurz zusammengefasst: Es war eine wunderbare Zeit.
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Lauschige Mittagsrunde mit der Redaktion: v.l.n.r.: Christian Beck, Anouk Wenger, Nick Lüthi, Sandra Porchet, Corinne Lüthi, Matthias Ackeret (fehlend: Roman Frank und Rahel Martinez).
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18. September 2014: Vertragsabschluss VRP Manfred Klemann (l), Matthias Ackeret und Vertrreter der Publigroupe.
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Cannes Lions 2019: Christian Beck im Gespräch mit Frank Bodin.
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Maag-Halle 2023: Ein bisschen Klimt vom Weihnachtsessen mit dem ganzen Verlag.
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Über den Dächern von Zürich: Weihnachtsessen 2024.
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Sommermarsch während Corona-Zeit (2020). Nur wenige Restaurants begehbar.
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Gruppenbild mit Damen: Redaktionsleiter Christian Beck mit seinen Vorgängerinnen Michèle Widmer, Edith Hollenstein.
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Vom Hauptplatz in Rapperswil…
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…nach Wiedikon in Zürich (März 2015). Kleiner Schritt für die Menschheit, grosser für uns.
Es spricht für die beiden Rapperswiler Verleger Bruno Hug und Oliver Prange, dass sie ihren Onlinedienst nicht nur andachten, sondern schliesslich auch lancierten. Hug und Prange waren ein kongeniales Paar. Ersterer hat sich als Wochenzeitungspionier (Obersee Nachrichten und Uster-Nachrichten) einen Namen gemacht. Letzterer hat als ehemaliger Wirtschaftsjournalist (European Business Channel und freier Mitarbeiter der «Bilanz») einen untrüglichen Riecher für kommerzielle Geschäftsentwickler entwickelt und mit der Gründung der Corporate-Publishing-Firma Denon (benannt nach einem Seitenflügel des Louvre) sein erstes unternehmerisches Gesellenstück geliefert.
Die Zusammenlegung ihrer geschäftlichen Aktivitäten im Jahre 1996 (Hug brachte die Zeitschrift «persönlich», die er in den 1980er-Jahren vom Gründer, dem umtriebigen Zürcher Selfmademan und Headhunter Walter P. Wyss, erworben hatte, und Prange seine Firma Denon ein) war äusserst fruchtbar und löste – abseits von der Medienhauptstadt Zürich – eine Vielzahl unternehmerischer Aktivitäten aus, wie die Gründung des Magazins «persönlich blau», das sich im Gegensatz zum bereits bestehenden «persönlich rot» ausschliesslich an die Werbeauftraggeber (und nicht mehr nur an die Medienhäuser und Werbeagenturen) richtete.
Bis zu 60 Mitarbeitende im «persönlich»-Verlag
In den besten Zeiten beschäftigte der «persönlich»-Denon-Konzern rund 60 Mitarbeitende, unter ihnen auch bereits der heutige Verlags- und Anzeigenleiter Roman Frank, ein Ur-Rapperswiler. Doch erst die Lancierung des Branchendienstes persoenlich.com – der schweizweit erste übrigens – war das eigentliche Gesellenstück, löste er doch die damals dominierende «Werbewoche» als Taktgeber der Branche ab.
Nun waren die aktuellsten Medien- und Werbenews täglich erhältlich und nicht mehr nur wöchentlich oder gar monatlich. Als erste Redaktionsleiterin stellten die beiden Rapperswiler Verleger Almut Berger ein, die zuvor beim «SonntagsBlick» gearbeitet hatte. In den folgenden Jahren wurde persoenlich.com zu einer Kaderschmiede, die vielen den Weg in den grossen Journalismus ebnete, beispielsweise dem heutigem NZZ-Auslandchef Benedict Neff, dem NZZ-Redaktor David Vonplon oder der Tamedia-Co-Wirtschaftsleiterin Edith Hollenstein, um nur drei Personen stellvertretend für viele andere zu nennen.
Auf Mallorca scheint immer die Sonne
Was ist das persoenlich.com-Erfolgsgeheimnis? Vielleicht bereits der Name: «persönlich». Gründer Wyss versandte einen haptischen Brief mit dem neuesten Branchenklatsch für gutes Geld an all seine Abonnenten. Ein prähistorischer Newsletter, bevor es diesen überhaupt gab. Dabei entschied Verleger Wyss, wer ihn bekommen soll und wer nicht. Das war zwar wirklich persönlich, in der heutigen Zeit wäre es aber undenkbar, dass ein Verleger über seinen Leserkreis entscheidet. Bei persoenlich.com war es bereits anders, da zählte schon die Menge der Leserinnen und Leser.
Erleichternd kam hinzu, dass persoenlich.com schon vom ersten Tag an über eine grosse Reichweite verfügte. Hug nutzte dafür – was längst nicht mehr erlaubt ist – ungefragt alle seine Internetkontakte und schickte ihnen die aktuellsten persoenlich.com-News zu. Dass es dabei nicht zu Massenabbestellungen und juristischen Stänkereien kam, war aber bereits ein Indiz dafür, dass das neue Medium einem Bedürfnis entsprach.
Prange stellte schon bald selbstgedrehte Filmchen von Fachveranstaltungen ins Netz, die – nach heutigen Massstäben – vielleicht technisch noch ungenügend waren, gleichzeitig aber die Möglichkeiten aufzeigten, die das damals noch junge Internet bot. Hug und Prange investierten mit Peter Schneider schon bald auch in die Technik, gemäss der Erkenntnis, dass das beste journalistische Produkt nur dann funktioniert, wenn es seine Klientel auch wirklich erreicht.
Die diskrete Werbebranche
Zudem zeigte sich, dass die Medienhäuser und Werbeagenturen auch völlig anders kommunizieren. Während Verlage nüchtern und meist sachlich über Umstrukturierungen und Personalabbau berichten, wird so etwas – wie auch beispielsweise Budgetverluste oder Personalabbau – von Werbeagenturen weitaus diskreter behandelt. Dieser Umstand liegt in der Natur der Sache und der Mentalität der Werber, die die Welt – im Gegensatz zum Medienschaffenden – meist in weitaus schöneren Farben sehen. Werbung kann oder darf nicht trübe sein und sollte auch ein gewisses Idealbild vermitteln. Auf Mallorca, sagte mir einmal ein bekannter Werber, regne es nie. Selbst wenn es regne. Für Journalisten wird Mallorca erst dann richtig interessant, wenn Dauerregen ausbricht. Was bedeutet, dass ein Werber die Welt auch noch nach deren Untergang in den prächtigsten Farben beschreibt.
Grossen Ärger gab es anfänglich wegen der Blogkommentare. Der BSW (heute LSA) intervenierte, weil eine Agentur aufgrund eines negativen Blogkommentars ihren Kunden verlor. Dessen CEO war ausser sich. Später stellte sich heraus, dass der anonyme Kritiker ein Mitbewerber war, der damit an das Werbebudget wollte. Danach änderten wir die Kommentar-Praxis.
Umzug nach Zürich
2008 kaufte die Werbevermarkterin PubliGroupe die «persönlich»-Denon-Gruppe, 2014 – nach deren Übernahme durch die Swisscom – wurden der Schreibende und der Verleger und Internetpionier Manfred Klemann (Gründer von wetter.com) Eigentümer des «persönlich»-Verlags. Klemann agiert heute als Minderheitsaktionär und Verwaltungsratspräsident und brachte seine eigenen unternehmerischen, aber auch technologischen Erfahrungen ein. Das ganze Unternehmen zügelte 2015 vom beschaulichen Rapperswil in die Kommunikationshauptstadt Zürich. Kurz nach dem Kauf wurde die Internetseite durch Thomas Schuhwerk, Flavio Niederhauser und die «persönlich»-Grafikerin Corinne Lüthi umfassend gelauncht. Dies veranlasste den heutigen gfm-Präsidenten Dominique von Matt zu der Aussage, es handle sich um eines der zeitgemässesten Layouts überhaupt.
So bekam das kommerzielle Jobportal plötzlich einen wichtigeren Stellenwert, später wurden neue redaktionelle Formate wie der wöchentliche Blog eingeführt. Vieles, wie die gesamte Branche, hat sich in den vergangenen 25 Jahren verändert, das Entscheidende aber ist gleich geblieben. So auch der morgendliche Newsletter um 4.30 Uhr. Fast wie bei Walter P. Wyss. Ein bisschen ernsthafter vielleicht, dafür aber täglich, kostenlos und vor allem digital.
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KOMMENTARE
Stefan Wyss
08.07.2025 09:31 Uhr
08.07.2025 09:31 Uhr
Herzliche Gratulation! Ich erinnere mich immer gerne an die fünf Jahre am Hauptplatz in Rapperswil - wir haben gerockt!
Oliver Prange
08.07.2025 07:03 Uhr
08.07.2025 07:03 Uhr
Ich gratuliere Matthias, Manfred und Team zur grossartigen Weiterführung und Weiterentwicklung von persoenlich.com. Aus dem Baby ist ein junger Wilder geworden. Weiter so! Herzlich, Oliver
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