28.01.2026

Solothurner Filmtage

Nicolas Wadimoff gewinnt den Prix de Soleure

Der Genfer wurde für seinen Dokumentarfilm «Qui vit encore» ausgezeichnet. Der Prix du Public ging an den Spielfilm «Becaària» von Erik Bernasconi. Die Preise der 61. Solothurner Filmtage wurden am Mittwochabend im Landhaus verliehen.
Solothurner Filmtage: Nicolas Wadimoff gewinnt den Prix de Soleure
Nicolas Wadimoff und eine Protagonistin seiner Doku, Haneen Harara, auf der Bühne der Soirée de clôture. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Die Doku «Qui vit encore» des Genfer Filmemachers Nicolas Wadimoff lässt auf einer symbolischen Karte Gazas neun Geflüchtete erzählen, von ihrem einstigen Leben, vom Verlust ihrer Lieben und dem Versuch, wieder zurück ins Leben zu finden.

Der «zutiefst humanistische» Film habe durch seine Form und seinen Inhalt eine äusserst schwierige Aufgabe gemeistert, begründete die Jury in ihrer Laudatio. Er schaffe in einem Kontext fernab vom Kriegsschauplatz Verständnis für die physische Zerstörung und die menschlichen Opfer.

«Qui vit encore» hatte seine internationale Premiere im vergangenen Sommer an den Filmfestspielen in Venedig und kommt am 5. Februar in die Kinos.

Der «Prix de Soleure» ist mit 60'000 Franken der höchstdotierte Filmpreis der Schweiz. Für diesen von der Jury vergebenen Preis waren drei Spiel- und fünf Dokumentarfilme nominiert.

Prix du Public für «Becaària»

Der mit 20'000 Franken dotierte Prix du Public ging an den Coming-of-Age-Spielfilm «Becaària» des Tessiner Regisseurs Erik Bernasconi. Der Film begleitet den Jugendlichen Mario, der bei Bauern in den Bergen viel über das Leben, die Liebe und über sich selbst lernt – und schliesslich von seinem Image als Faulpelz loskommt.

«Becaària» ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des Tessiner Autors Giorgio Genetelli aus dem Jahr 2011. Der Filmemacher Bernasconi arbeitete mit Unterbrüchen über den Zeitraum von fast fünfzehn Jahren an diesem Projekt, wie er Mitte Januar in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Die Abstimmung des Publikums erfolgte online. Der Kinostart ist noch nicht bekannt.

Kurz- und Animationsfilme

Das originelle Projekt «Versuch, einen Baum in Zürich zu fällen» von Lara Alina wurde mit dem Preis für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. In der Doku-Fiction beschreibt die Protagonistin ihren kafkaesk anmutenden und ausufernden Versuch, den Baum vor ihrem Fenster loszuwerden, der sie an die toxische Beziehung zu ihrem Ex-Freund erinnert.

Der Preis für den besten Animationsfilm ging an «Ich bin nicht sicher» von Luisa Zürcher. Darin gewährt die Filmemacherin Einblick in einen Spitalaufenthalt, während dem ihr neben Schmerzen, Heimweh und Ekel immer wieder absurd-witzige Momente widerfahren.

Die Auszeichnungen für den Kurz- und den Animationsfilm sind mit je 10'000 Franken dotiert.

Die 61. Solothurner Filmtage verzeichneten vom 21. bis 28. Januar rund 65'000 Eintritte, wie das Festival am Mittwoch mitteilte. Dieser Wert liege auf dem Niveau des Vorjahrs. (sda/spo)

Von Dominique Spirgi, Keystone-SDA

 


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