Die MTV Europe Music Awards im Zeichen Amerikas: Die meisten Preise räumten US-Künstler ab. Und sowohl Musiker als auch das Publikum bejubelten ausgiebig den neu gewählten US-Präsidenten Barack Obama. Der britische Ex-Beatle Paul McCartney, der in seiner Heimatstadt Liverpool für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, dankte allen Amerikanern, Obama gewählt zu haben. Jared Leto, der Sänger der Gruppe 30 Seconds to Mars, rief vor der jubelnden Masse von rund 40 000 Zuschauern dazu auf, Obama zu gratulieren.
US-Sängerin Katy Perry, die auf einem gigantischen Lippenstift auf der Bühne ritt, erklärte: "Vielleicht liebt uns Europa jetzt wieder." Und in der Tat regnete es für US-Musiker Preise. Sängerin Britney Spears gewann nach ihrem Comeback in den zwei Hauptkategorien: "Album des Jahres" und "Act 2008".
"Es ist so eine Ehre", sagte Spears via Videobotschaft, "sorry, dass ich nicht da sein kann, aber lasst es krachen." Mit zwei Preisen wurde auch die US-Rockband 30 Seconds to Mars ("Bester Rock Act" und "Bestes Video") ausgezeichnet.
Tokio Hotel schlagen Metallica
Zu den weiteren Gewinnern zählten US-Rapper Kanye West ("Bester Urban Act") und die amerikanische Sängerin Pink ("Beliebtester Songtitel des Jahres"). Die europäischen Farben hielt die Magdeburger Teenie-Gruppe Tokio Hotel hoch. Sie wurde am Donnerstagabend in Liverpool zur besten Live-Band gekürt.
Auch in der Kategorie "Beeindruckendste Live-Band auf einem Festival oder auf Tour" konnte sich Tokio Hotel durchsetzen - gegen Bands wie Metallica und The Cure durchsetzen. "Wir freuen uns so, es ist verrückt", sagte Sänger Bill Kaulitz. "Ihr seid der Hammer", dankte er den Fans.
In der zweiten Kategorie "Beste Darbietung aller Zeiten", in der Tokio Hotel nominiert war, mussten die Jungs jedoch dem Briten Rick Astley den Vortritt lassen. Ansonsten machten die britischen Fans lange Gesichter: Ihre Favoriten Coldplay, Duffy und Leona Lewis, alle in mehreren Kategorien nominiert, gingen leer aus. (sda)