Das krisengebeutelte Social Network MySpace will zu seiner alten Coolness zurückfinden. Seit Monaten werkelt die Plattform von Rupert Murdochs News Corp. an einer Neuausrichtung der Marke und versucht sich mit dem Fokus auf Unterhaltungsangebote wieder stärker gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Während MySpace einst das international populärste Social Network war, ist es in jüngerer Vergangenheit vor allem gegenüber Facebook zunehmend ins Hintertreffen geraten. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, soll unter einer neuen Führungsspitze der Stragiewechsel die Marke nun zu neuen Höhenflügen führen.
MySpace will in erster Linie zu einem Platz im Web werden, wo die Nutzer miteinander Zeit verbringen und über diverse Entertainment-Inhalte miteinander in Kontakt kommen. Daher überarbeitet die Seite auch seine technischen Komponenten.
MySpace will sein Profil weiter schärfen, um sich von Facebook und Co noch stärker abzugrenzen. "Die Plattform unterscheidet sich von anderen Social Networks darin, dass die User sich, ihre Kreativität und ihre Leidenschaften individuell darstellen können", erklärt Mats Wappmann, Sprecher MySpace Deutschland, gegenüber pressetext. Für die Gestaltung der Profile könnten jegliche Entertainment-Inhalte wie Musik oder Videos verwendet werden. "Damit spricht MySpace kreativere, jüngere sowie an Popkultur interessierte User an", sagt Wappmann weiter. Die Selbstinszenierung verbunden mit der Vernetzung mit anderen Usern und Popkultur bilde die Grundlage für die Kommunikation auf MySpace.
Mit dem weiteren Ausbau des Unterhaltungsangebots will MySpace seine Stellung als internationale Social-Entertainment-Plattform und mit derzeit rund fünf Mio. Bands als weltweit grösste Musik-Community festigen. Als Unterhaltungsportal tritt MySpace allerdings auch mit einer breiteren Gruppe von Webseiten - insbesondere Videoplattformen wie Hulu und YouTube - in den Wettbewerb um Werbeeinnahmen. Diese fallen derzeit nicht besonders rosig aus. Laut Erhebungen von eMarketer wird MySpace 2009 auf etwa 495 Mio. Dollar auf dem US-Markt kommen. Das sind um rund 15 Prozent weniger Werbegelder als im Vorjahr. (pte)