Ein polnischer Fernsehfilm über Chemotherapiepatienten ist am Samstag zum Abschluss des internationalen Fernseh- und Hörfunk-Wettbewerbs "Prix Europa" im Berliner Haus des Rundfunks als beste TV-Dokumentation ausgezeichnet worden. Der Film "Chemia" stammt von Pawel Lozinski. Den Prix Geneve-Europe für das beste Drehbuch überreichte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland, der jungen französischen Autorin Adila Bennedjai-Zou für das Script zu "Garcon manque".
Mit den beiden Hauptpreisen in der Kategorie TV Fiction wurden Filme mit brisanten Inhalten ausgezeichnet: Isabelle Adjani spielt in "La journee de la jupe" eine überforderte Lehrerin, die im Konflikt mit ihren gewalttätigen Schülern zur Kidnapperin wird. Die britische Fernsehproduktion "Occupation", die den alltäglichen Horror der Soldaten im Irakkrieg zeigt, wurde mit dem "Prix Europa"-Spezialpreis für den besten Fernseh-Mehrteiler ausgezeichnet.
Bestes europäisches Radiofeature des Jahres 2009 wurde die ARD-Produktion "Lost in Music - the Cornel Chiriac Story". Die insgesamt 13 Preisträger, die jeweils 6000 Euro (9000 Franken) erhielten, mussten sich gegen eine Konkurrenz von über 230 nominierten Produktionen aus 35 Ländern durchsetzen. In verschiedenen Kategorien waren auch neun Schweizer Produktionen nominiert, die jedoch allesamt leer ausgingen. Der nach Veranstalterangaben grösste Medienwettbewerb Europas ging am Samstag nach einwöchiger Dauer mit einer Gala zu Ende. (sda)

