Portal entpuppt entgegen CS-Studie als Goldesel

YouTube - Strukturkosten werden bei weitem überschätzt.

Googles Videotochter YouTube ist gar kein so grosser Verlustbringer wie bislang weithin angenommen. Das Portal soll sogar dem "Break Even" nahe sein, ab dem es kostendeckend arbeitet, wie das IT-Beratungsunternehmen RampRate aufzeigt. Der bisher als weit erachtete Spagat zwischen Rentabilität und Verlust der weltgrössten Videoplattform ist mittlerweile Gegenstand unzähliger Berichte, Analysen und Einschätzungen.

Nun verweist RampRate auf verschiedene Kostenfaktoren, die andere Berichte übersehen hätten. So habe etwa ein Report der Credit Suisse Sparpotenziale bei Breitbandverträgen, Peering Traffic oder günstigen Standorten von Rechenzentren nicht berücksichtigt. Damit seien YouTubes anfallende IT-Kosten bislang "gewaltig überschätzt" worden.

Der Credit-Suisse-Report geht allein in diesem Jahr von Verlusten in Höhe von rund 470 Mio. Dollar durch YouTube aus. Diese seien wesentlich durch hohe IT-Infrastrukturkosten bedingt, die sich der Bank zufolge auf satte 711 Mio. Dollar belaufen sollen. Dem entgegen kommt RampRate in seinem Bericht -- unter Einbeziehung der Sparfaktoren -- nur auf IT-Kosten von 415 Mio. Dollar. Wie die New York Times berichtet, lassen sich die Rechenspiele zum Thema YouTube sogar bis in die Gewinnzone weiterführen.

Während die Credit Suisse ein negatives Betriebsergebnis von minus 174 Mio. Dollar prognostiziert, geht etwa die Investmentbank Jefferies von Einnahmen über 500 Mio. Dollar aus. Stimmen die durch RampRate errechneten IT-Kosten, würde es YouTube somit knapp in die schwarzen Zahlen schaffen. (pte)