Die Stiftung Swiss Films sieht dunkeln Zeiten entgegen. Es gebe Signale, dass ihre Promotionsarbeit für den Schweizer Film im Ausland vom Bund finanziell beschnitten werde, hiess es am Donnerstag an der Jahreskonferenz der Stiftung in Zürich. Konkret geht es um rund 1,4 Millionen Franken, sagte Josefa Haas, die Präsidentin von Swiss Films, vor den Medien. Dieses Geld, knapp 40 Prozent der gesamten Erträge, ist der Stiftung in den letzten Jahren jeweils von Pro Helvetia überwiesen worden.
Mit dem Inkrafttreten des Kulturförderungsgesetzes am 1. Januar 2012 beendet Pro Helvetia die Subventionierung der Promotionsagentur. Swiss Films geht dann in die alleinige politische Verantwortung des Bundesamts für Kultur (BAK) über. Ob das BAK bereit ist, die entstehende finanzielle Lücke zu schliessen, steht vorderhand noch in den Sternen. Laut Haas und Micha Schiwow, dem Swiss-Film- Direktor, gibt es "drohende Signale" von Seiten des BAK, "dass es signifikante Einbussen" geben wird.
Gesichert sind die Beiträge noch 2012, dann ist für die Periode bis 2015 alles offen. Zurzeit arbeitet das BAK das Filmförderkonzept 2012 bis 2015 aus. Damit werden laut Haas auch die Weichen für die künftige Promotionsarbeit gestellt. Ihre Sorge betrifft insbesondere die Promotion des Schweizer Films im Ausland, bisher eine zentrale Aufgabe von Swiss Films. Müsste sich der Schweizer Film "vom internationalen Parkett ins nationale Réduit" zurückziehen, würde ihm die Vernetzung und damit "das Öl im Getriebe" fehlen, betonte Haas.
Bereits dieses Jahr gestrichen hat das BAK den Exportförderfonds, der seit 2007 den internationalen Verleih von Schweizer Filmen unterstützt. Dieses Förderinstrument habe wesentlich dazu beigetragen, den Vertrieb von Schweizer Filmen im Ausland anzukurbeln, sagte Schiwow. Gestrichen worden ist zudem die Schweizer Beteiligung am europäischen Portal der Filmindustrie (cineuropa.org). Auch das ist laut Schiwow ein Signal, dass der internationalen Vernetzung des Schweizer Films in Bern weniger Bedeutung beigemessen werde.
Für 2010 zog Swiss Films nochmals eine positive Bilanz ihrer Tätigkeit. Allein an den wichtigen Festivals liefen 64 Schweizer Filme. Unterstützt wurden 18 Kinostarts im Ausland. Die Vertriebsförderung gipfelte in der Oscar-Kampagne für "La petite chambre" von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond, sagte Schiwow. Mit neun Hommagen (so Daniel Schmid in Berlin oder Peter Liechti in Rom) und sieben Werkschauen (wie Christian Frei in Peking oder Lionel Baier in Santiago de Chile) schliesslich stellte die Promotionsagentur das Schweizer Filmschaffen "nachhaltig in eine weltweiten Kontext". (sda)