Grossbritannien hat dem französischen Komiker Dieudonné, der wegen Antisemitismus in der Kritik steht, die Einreise verweigert. Eine Sprecherin des Innenministeriums in London bestätigte am Montag den Vorgang.
"Tagesanzeiger.ch/Newsnet" hatte bereits über die Einreiseverweigerung berichtet. Zur Begründung hiess es beim Innenministerium, Einreiseverbote gegen Individuen würden verhängt, wenn es Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ordnung oder der öffentlichen Sicherheit gebe.
Britische Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass Dieudonné M'bala M'bala in Grossbritannien auftreten und eine Pressekonferenz zur Unterstützung des umstrittenen französische Fussballstars Nicolas Anelka geben wolle.
Quenelle-Gruss sei systemkritische Geste
Dieudonné ist unter anderem für den sogenannten Quenelle-Gruss bekannt. Dieser erinnert an den Hitler-Gruss, wird von Dieudonné aber als systemkritische Geste bezeichnet. Beim "Quenelle"-Gruss wird die linke Hand auf den durchgestreckten rechten Arm gelegt. Die Geste wurde auch schon von führenden Mitgliedern der rechtsextremen Front National in Frankreich gezeigt.
Der frühere französische Nationalspieler Anelka hatte die Geste am 28. Dezember beim Spiel seines Vereins gegen West Ham United gezeigt und sich damit ein Disziplinarverfahren des englischen Fussballverbands FA eingehandelt. Anelka beteuerte, er sei "weder rassistisch noch antisemitisch".
Dieudonné sollte am Montagabend in Nyon auftreten. Die Stadt gewährte die Aufführung, kündigte aber an, verbale Entgleisungen bei der Justiz anzuzeigen. (sda)