Rassistische Cartoons auf YouTube aufgetaucht

Warner - Trickfilme seit 40 Jahren offiziell unter Verschluss.

Auf der Videoplattform YouTube sind elf rassistische Cartoons von Warner Brothers aufgetaucht, die seit 1968 nicht mehr offiziell in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Wie die New York Times berichtet, seien bereits am 16. April einige der Videos wieder von der Plattform entfernt worden, nachdem das Filmstudio eine Copyright-Verletzung gemeldet hatte. Inzwischen sind wieder ein paar der betreffenden Cartoons bei YouTube aufgetaucht. Ob von Warner oder YouTube versucht wurde, die rassistischen Trickfilme, die seit 40 Jahren unter Verschluss gehalten werden und als "Censored 11" bekannt sind, von der Videoseite zu nehmen, hat keines der Unternehmen bislang bestätigt. Wie Recherchen von "persoenlich.com" ergaben, waren die Filme am Dienstagmorgen noch problemlos zu finden.

US-YouTube-Sprecher Ricardo Reyes erklärte gegenüber der New York Times, dass sich das Portal auf die Rechteinhaber verlasse, um Urheberrechtsverletzungen zu identifizieren. Ebenso sei die Plattform auf die User angewiesen, wenn es um anstössige, fragliche Inhalte gehe. "Wenn sich die Leute nicht beschweren, bleiben die Videos online", so Reyes. Sobald allerdings eine Copyright-Verletzung ausgemacht werden konnte, würde YouTube auch sehr schnell die betreffenden Videos entfernen. Warner äusserte sich seinerseits in einer E-Mail zu den rassistischen Cartoons. "Warner Brothers hält die Rechte an den fraglichen Titeln. Wir schützen all unsere Rechte vehement und machen keine Unterscheidungen auf Grundlage der Inhalte", so der Wortlaut.

Die Cartoons sorgten bereits vor ihrer ersten Veröffentlichung 1943 für Diskussionen. Die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) protestierte damals allerdings erfolglos gegen die öffentliche Ausstrahlung. Einer der YouTube-Nutzer, der einige der rassistischen Cartoons gepostet hat, wollte seinen richtigen Namen bislang nicht nennen. Unter seinem Nickname WMAV01 schrieb er allerdings in einer E-Mail, dass die "Cartoons nie per Gesetz verboten worden sind und einen historischen Wert besitzen". Entdeckt habe er die Videos auf anderen Webseiten wie beispielsweise foundrymusic.com, die zu einer Radiosendung gehört. Ausserdem sind die Cartoons als DVD-Kopien auf banned-cartoons.com käuflich zu erwerben. (pte/per)

Bild aus einem der fragwürdigen Trickfilme.