Briefmarken und Münzen im Wert von gegen zehn Millionen Franken kommen Ende November beim Auktionshaus Rapp in Wil unter den Hammer. Darunter sind Raritäten aus der ehemaligen Sowjetunion, die bei Sammlern und Investoren aus Russland besonderes Interesse wecken.
Die Peter Rapp AG erwartet vom 24. bis 27. November Kaufinteressierte aus aller Welt in Wil. Die Briefmarken- und Münzauktion gehöre weltweit zu den grössten, schreibt das Auktionshaus in einer Mitteilung.
Aus dem Angebot stechen philatelistische Raritäten aus der ehemaligen Sowjetunion hervor. Wenn diese Briefmarken aus der Zeit von 1921 bis 1983 im Auktionssaal ausgerufen werden, erwartet Geschäftsführerin Marianne Rapp Ohmann "schwindelerregende Preise".
Sammler und Patrioten
Die Vertreter des neuen Geldadels in Russland seien "absolute Patrioten" und deshalb darauf erpicht, Sammlerstücke und Schätze aus ihrem Kulturkreis nach Russland zurück zu holen. Für das Wiler Auktionshaus gehören gutbetuchte Russen derzeit zu den interessantesten Kunden.
Der Geschäftsmann Viktor A. Rybakov aus Moskau wurde durch den Bau von grossen Bahnhöfen und Industriehallen reich. Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann er, Briefmarken zu sammeln. Rybakov kaufe weltweit, sagt Rapp Ohmann. Der langjährige Kunde von Rapp wird Ende November in Wil erwartet.
Für wirklich gute Qualität würden noch immer steigende Preise bezahlt, "zum Teil fast irrational", erklärte die Geschäftsführerin des Wiler Auktionshauses der Nachrichtenagentur sda. Gross sei die Nachfrage von Sammlern und Investoren nach "teuren Sachen".
Verkäufer sind zurückhaltend
An solche heranzukommen, wird für das Auktionshaus aber zunehmend schwieriger. Die Verkäufer sind zurückhaltend, "aus Sicherheitsdenken", vermutet Rapp Ohmann. Viele Familien und Erben wollten ihre Sammlungen lieber behalten, als sie zu Geld zu machen.
Rekordumsätze von bis zu 18 Millionen Franken wie vor einigen Jahren erwartet das Auktionshaus Rapp deshalb nicht mehr. Dennoch dürften zwischen dem 24. Und 27. November wieder 1500 bis 2000 Bieter mitfiebern, wenn Peter Rapp die Briefmarken und Münzen unter den Hammer bringt.
Allerdings kommt nur ein Teil der Bieter persönlich nach Wil. Viele machen via Internet bei der Auktion mit, andere per Telefon, und auch briefliche Gebote nimmt das Auktionshaus entgegen. (sda)