Reiche wollen auswandern

SP-Steuerinitiative - Roger Federer müsste 2 Millionen Franken mehr Steuern zahlen.

Viele reiche Schweizer sind entsetzt über die Steuerinitiative von der SP, über die in zwei Wochen abgestimmt wird. In der Zeitung "Der Sonntag" sagt Michael Pieper, Inhaber der in der Küchentechnik tätigen Franke AG in Aarburg: "Ein Ja zur Initiative wäre eine Katastrophe für die Schweiz. Bestraft werden nicht Abzocker, sondern Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen und ihr Geld in der Firma lassen", so Pieper. Auf dem Wert seiner Firmen - 2 bis 3 Milliarden Franken - müsste er voll Steuern zahlen. Er würde Angestellte aus seiner Firma aus der Schweiz abziehen und könnte sich vorstellen, auch selbst ins Ausland zu ziehen.

Auch der in Meggen LU wohnhafte Rohstoffhändler Marc Rich denkt über einen Umzug nach. Thomas Schmidheiny sagt, er sei sehr international aufgestellt mit seinen Beteiligungen und würde seine Position zwingend überprüfen und schauen, ob er in der Schweiz bleiben kann. Schmidheiny, unter anderem im Zementgeschäft tätig, hat ein Vermögen von gut 5 Milliarden Franken.

Sogar bei Roger Federer ist ein Wegzug aus Wollerau SZ nicht ausgeschlossen. Er wäre von der SP-Initiative massiv betroffen. Er zahlte letztes Jahr 3,2 Millionen Steuern. Mindestens 2 Millionen mehr wären es bei Annahme der Initiative. In der gestrigen "Neuen Luzerner Zeitung" hatte Alfred N. Schindler, Hauptaktionär des bekannten Liftherstellers, in aller Deutlichkeit gesagt: "Wenn die SP-Initiative angenommen wird, ziehe ich ins Ausland. Es ist mir ernst." Schindler, dessen Vermögen auf 4 bis 5 Milliarden Franken geschätzt wird, hält das Steuerkonzept der SP für einen "Jahrhundertfehler".